Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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an. In einiger Entfernung folgten die Väter, welche die übrigen Ritter unterſtützen mußten, weil ihr Herz brach, und es ihnen dünkte, als ob ſie hinter der Leiche ihrer Töchter einhergingen. Haſtig und mit verzweif⸗ lungsvoller Stärke hoben ſie nun den Stein von der Gruft und ſtürzten ihrem Führer nach. Hoffnung ſchlug

aufs neue in ihren Herzen, als ſie in eben dieſer Gruft

nicht mehr als einen Sarg erblickten, an deſſen vier Ecken große, ſchwarze Siegel herabhingen. Keiner der vier Ritter wollte es wagen, dieſe zu öffnen und die Decke des Sarges hinwegzureißen, jeder fürchtete ſeine Braut darin zu finden, und wollte noch länger hoffen, noch länger ſich mit der Vorſtellung laben, daß es eben nicht ſeine Geliebte ſey, die hier ſchlafe. Auf der Vä⸗ ter Geheiß unternahmen dies Geſchäft endlich die üb⸗ rigen Ritter, die Liebenden wanden ſich abwärts, und erwarteten in banger Furcht, welchen unter ihnen das

Todesloos treffen würde. Tiefe Stille erfolgte, als der

Deckel des Sarges zu ihren Füßen herabrollte. Eine weibliche Geſtalt, deren Hände mit Ketten gefeſſelt wa⸗ ren, lag vor ihnen. Drei Dolche waren neben einan⸗ der bis ans Heft in ihr Herz gedrückt, und ſollten, der Mörder Abſicht gemäß, wahrſcheinlich darin verroſten. Ein dichter Schleier deckte der Todten Angeſicht, ein Ritter lüſtete ihn, und aller Bruſt, welche die Erwar⸗ tung bis auf den äußerſten Grad geſpannt hatte, ſchöpfte tiefen Athem, als er laut erklärte, daß er die Todte nicht kenne. Alle drängten ſich nun hinzu, um ſich ſelbſt von dieſer fröhlichen Wahrheit zu überzeugen, aber bald vebte Eſchenbach und Wieſenborn, und mit ihnen auch die Grafen zurück, welche alle zugleich in

der Todten Klotildens Mutter, die unglückliche Wittwe

des Graſen Neuburgs, erkannten. Keiner aus ihnen hatie ihrer bisher gedacht, im Drange der ſtärkern Lei⸗ denſchaft nicht nach ihrem Schickſale geforſcht, fand p.