Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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ſich freilich der Verdacht gegen den Abt in aller Her⸗ zen vermindert, aber verſchwunden war er noch lange nicht, und alle hofften, daß ſie morgen auf der Veſte finden würden, was ſie hier vergebens geſucht hatten. Die Grafen ſandten um deswillen noch mehrere Ritter und Reiſige dahin ab, und geboten ihnen ſtreng, alle Zugänge wohl zu bewachen. Friedrich hoffte noch im⸗ mer, daß man in der Höhle etwas entdecken würde, aber vald ſchwand ſeine Hoffnung, als die Reiſigen zurück⸗ kehrten und ihm die Nachricht brachten, daß ſie ſolche offen, und die verborgenen Schlöſſer und Riegel ver⸗ roſtet und zerbrochen gefunden hätten. Als darauf einige Ritter den Argwohn äußerten, daß in des Kloſters Umfange doch wohl noch einige verborgne und unent⸗ deckte Gemächer enthalten ſeyn könnten, ſo erlaubte ihnen der Biſchof willig, daß ſie ungehindert darnach ſpähen könnten. Keine Wand blieb nun unangetaſtet, kein Gemach ungeprüft! Durch jede kleine Heffnung erſchallte der Liebenden Stimme, aber kein Laut be⸗ antwortete ihre Fragen. Wie ſie geendet hatten, war die Mitternachtsſtunde ſchon verfloſſen, der Biſchof Jatte Ruhe auf ſeinem Lager geſucht, weil er entſchloſſen war, mit Tagesanbruch den Rittern nach der Veſte zu fol⸗ gen und ſolche im Namen des Kloſters ihrem Schutze zu übergeben. Die Ritter ſammelten ſich in einem entfernten Gemache, beſchloſſen nicht zu ſchlafen, und forderten Wein von einem Laibruder des Kloſters, wel⸗ cber dort zu ihrem Befehle bereit ſtand. Als dieſer die Becher füllte, lächelte er immer geheimnißvoll, ſchüttelte bedenklich den Kopf, und ſeufzte einigemal deutlich. Friedrichs Aufmerkſamkeit ward rege. Eine tiefe Narbe, welche des alten Laibruders Stirne verunſtaltete, gab Stoff zum Geſpräche. Er erzählte nun Friedrichen, daß er in ſeinen Jünglingsjahren Kriegsknecht gewe⸗ ſen, im heiligen Lande gegen die Ungläubigen gekämpſt,