Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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Abt. Möglich! Aber müſſen es denn eben die Mönche meines Kloſters geweſen ſeyn?

Graf Farnsburg. Eure vorige Thaten waren die Väter dieſes Verdachts.

Abt. Deſſen Folgen ich mich auch willig unterwerfe. Seyd gerecht, und ich werde den ſchweren Kampf glück⸗ lich enden.

Biſchof. Wohl dir, mein Sohn, wenn Handlung und Rede übereinſtimmen, wenn beide deiner Unſchuld Zeugen werden! Nur eines verdunkelt die letztere noch: Wer ſind die Gefangenen, die in eures Kellers Kerker ſchmachteten? War ihr Verbrechen der ſchrecklichen Strafe angemeſſen? Und wer ſetzte dich zum Richter über ſie?

Abt. Ich kenne ihre Namen eben ſo wenig wie ihr Verbrechen. Als wider meinen Willen die Wahl mei⸗ ner Brüder mich zum Abt ernannte, da wurden mir auch die Schlüſſel dieſer verborgnen Kerker überreicht. Ich mußte ſchwören, daß ich ſie nie öffnen, die Ge⸗ fangnen nie freiwillig erlöſen wollte. Ihr Verbrechen, ſagte man mir, ſey ſchrecklich, ihre Strafe noch ſehr geriug. Brod und Waſſer war ihnen zur Nahrung beſtimmt, und mein die Pflicht, daß ich es ihnen täg⸗ lich durch eine Oeffnung von oben herab reichen laſſen mußte. Fragt ſie ſelbſt, ob ſie ſeit den wenigen Tagen, als ich zum Abte gewählt wurde, nicht Linderung ihres Schickſals fühlten? Ob nicht oft am Stricke, der ihnen Nahrung zuführte, anſtatt des Waſſers und Brods, jetzt Wein und Braten hing? Mehr zu thun, verbot mir mein Eid

Biſchof. Den du ungeprüft nicht hätteſt leiſten ſollen. Geh jetzt in dein Gemach, und biſt du wirklich unſchuldig, ſo danke Gott, daß er dir Richter ſandte, die vorher prüften, ehe ſie ſtraften! Der Abt entfernte ſich, und der Biſchof hielt nun mit den Rittern Rath was ſie ferner zu beginnen gedächten. Um vieles haite

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