—
9
und Leben, als ſie aus des Biſchofs Munde den Trug vernahmen, als er ſie ſelbſt nach dem Gemache führte, wo ſeine Knechte die entdeckten Gefangnen labten. Schaudernd bebten ſie zurück, wie ſie die ſo ſchrecklich entſtellte Menſchheit ſahen, und beſahlen auch ihren Knechten, daß ſie den Erlösten andere Kleider reichen ſollten. Die Begierde, wenigſtens irgend etwas durch— des Biſchofs Hülfe von den Weibern zu erfahren, trieb ſie wieder aus dem Gemache, ohne vorher mit den Erlösten geſprochen oder nach der Urſache ihres un⸗ glücklichen Schickſals gefragt zu haben. Der Biſchof, welcher ſo herzlich gerne der Ritter Ruhe und Glick befördert hätte, auf der andern Seite aber auch die Mönche, wenn ſie unſchuldig wären, zu ſchützen ent⸗ ſchloſſen war, führte nun ſelbſt den Abt in der Ritter Mitte, und gebot ihm, ſich entweder ganz zu rechtfer⸗ tigen, oder gerechte und ſchreckliche Rache zu erwarten. Hart war der Kampf, welcher nun zwiſchen beiden begann. Friedrich bewies mit unläugbaren Gründems daß, che ſchon dies Kloſter ſich des Raubes, Mords und der Entführung ſchuldig gemacht, die Tochter des Grafen Neuburgs auch im verborgnen Kerker gefeſſelt gehalten habe, und nun bei ähnlicher Gelegenheit ſichs müſſe gefallen laſſen, daß man hier wieder ſuche, was man ehe ſchon gefunden habe. Der Abt läugnete kei⸗ nesweges die Thaten ſeines Vorgängers, er verargte es den Rittern ehen ſo wenig, daß ſie ihn als ſeinen Nachfolger ähnlicher Werke fähig hielten, aber er be⸗ ſtand kühn auf ſeiner Unſchuld, und unterwarf ſich und ſein ganzes Kloſter nochmals der ſtrengſten, ge⸗ naueſten Unterſuchung.
Graf Froburg. Leicht möglich, daß du dieſe rühn uns bieten kannſt, wenn die Gewißheit dich ſichert, daß dein Raub anderswo verborgen ſchmachtet. Du haſt widerrechtlich Graf Neuburgs Veſte erobert. Laß


