Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Entstehung
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Nachſuchung zu halten.Deiner Hartnäckigkeit, en⸗ dete er,haſt du's dann zu verdanken, wenn ſie je⸗ den Stein dieſes Gebäudes von ſeinem Platze rücken und dein Kloſter in einen Steinhaufen verwandeln. Hoch hob nun der Abt ſeine Hände zum Himmel em⸗ por und ſchwur einen fürchterlichen Reinigungseid, unterwarf ſich jeder Rache, jeder Strafe, wenn man Schuld dieſes Verbrechens an ihm finden, ihn nur durch einen gültigen Zeugen überführen könne, daß er den entfernteſten Antheil an dieſer ruchloſen That genommen, nur einige Wiſſenſchaft davon gehabt habe. Schon fing der Biſchof dieſer theuern Verſicherung Glauben beizumeſſen an, ſchon wollte er Boten zu den Rittern ſenden und ihnen von allem redliche Kund⸗ ſchaft thun, als eilender Roſſe Tritte und wildes Ge⸗ tümmel ihn an die Thüre lockten. Raſch und frendig ſprangen ihm Friedrich und Heinrich, Eſ chenbach und Wieſenborn entgegen; ihnen folgten in einiger Ent⸗ ſernung die keuchenden Väter, alle umringten den Bi⸗ ſchof, alle forſchten vereint: wo ſie ihre Bräute und Kinder treffen könnten? Nach langem Fragen und Antworten fand ſich endlich, daß ein trauriger Miß⸗ verſtand ſie nach dem Kloſter gelockt hatte. Friedrich inigen ſeiner Knechte geboten, daß ſie ſich in des Biſchofs Zuge miſchen, und hörten ſie irgend et⸗ was Tröſtendes, ihm ſogleich Nachricht bringen ſoll⸗ ten. Sie ſtanden mit den Uebrigen an des Floſters Pforte, als von innen heraus die hehrich erſcholl: Der Biſchof habe im Keller Gefangne entdeckt! Sie eilten mit dieſem freudigen Gerüchte zu ihren Herrn, und wer kanns den hoffenden Liebhabern, den zärtli⸗ chen Vätern verdenken, wenn ſie im ſchnellſten Fluge zur Umarmung, zur Hülfe und Labung ihrer Bräute und Kinder herbeieilten. Traurig ſank ihr Haupt zur Erde, ſchnell entfloh ihrem Auge der Freude Feuer

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