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Aufenthaltes, ihr Retter und Rächer ſteht hier und wird ſie ſicher befreien!— Gelobt ſey der barmher⸗ zige Gott, wenn du Wahrheit ſprichſt und unſer Ohr nicht täuſcheſt, ſcholls nun dem ſtaunenden Biſchofe aus allen Ecken des Kellers entgegen. Freudig ſchlug ſein Herz, als er anfangs die verlornen Weiber ent⸗ deckt zu haben glaubte, aber bald minderte ſich ſeine frohe Hoffnung, als er deutlich hörte, daß es Män⸗ rerſtimmen waren, die fortfuhren, um Erbarmen und Linderung ihres grauſen Schickſals zu flehen. Der Biſchof entbot ſogleich den zitternden Abt nach dem Keller, befahl ihm die Kerker zu öffnen, und ſah bald fünfe, mit Ketten belaſtete, menſchliche Geſtalten aus der Tiefe emporſteigen! Ihre Kleidung war veraltet und im feuchten Loche vermodert. Ein langer Bart entſtellte ihr Geſicht, welches das verwirrte Haupt⸗ haar von oben herab bedeckte. Sie ſanken alle zu des Biſchofs Füßen nieder, flehten vereint um Tod, wenn Linderung ihrer Qualen ihnen nicht werden könne! Der gerührte Alte hob ſie liebreich auf, über⸗ gab ſie ſeinen Knechten, damit ſie ſolche bis kommen⸗ den Morgen pflegen und laben ſollten. Ohne zu for⸗ ſchen, wie ſie hieher gekommen? wer ſie hier einge⸗ kerkert habe? drang der Biſchof nur auf weitere Ent⸗ deckung, und drohte dem Abte mit der ſchrecklichſten Strafe, wenn er ihm nicht alle verborgnen Gemächer ſeines Kloſters und alle, die dort gefangen lägen, ausliefernwürde. Als nun der Abt aufs Hei⸗ ligſte betheuerte, daß keine verborgne Thüre im Flo⸗ ſter mehr vorhanden ſey, keine menſchliche Seele mehr m Kerker ſchmachte, ſo gab es ihm der Biſchof deut⸗ lich zu verſtehen, daß er ihn wegen dem Weiberraube auf Froburgs Veſte im gegründeten Verdachte habe, und wenn er nicht freiwillig ſie liefere, den ergrimm⸗ ten Löwenrittern volle Macht ertheilen werde, ſelbß


