Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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Friedrich, Sprecht, Unglückliche! Wo iſt Klara?

Heinrich. Wo meine Agnes?

Ein Weib. O weh! weh euch und ihnen, wenn ihr ſie nicht traft, wenn ihr ſie nicht gerettet habt.

Friedrich. Wo ſind ſie? Sprecht, wo ſind ſie?

Ein Weib. Können wir dies wiſſen? Sie ſchlepp⸗ ten ſie fort!

Eine andere. Ich ſah's ſelbſt, wie ſie eure Klara auf's Roß nahmen! Ich hörte, wie ſie euren Namen nannte und Rache über die Mörder forderte!

Friedrich emit den Zähnen knirſchend). Sie ſoll ihr werden, ſo wahr ich auf Gottes Varmherzigkeit traue und hoffe! cſein Schwert ziehend) In meiner Hand ſolls verroſten, wenn es nicht der Räuber Blut trin⸗ ken kann.

Heinrich eebenfalls ſein Schwert ziehend). Dein Gelübde ſey auch das meinige! Wo zogen ſie hin?

Ein Weib. Hinab nach Schwaben! Das ſtärkte unſre Hoffnung! Das

Friedrich. Nach! Mir nach, deſſen Herz Erbarmen fühlt! Auf, Brüder meines Bundes! auf! des Löwen Ruhm iſt ſchändlich befleckt!

Die Ritter(welche ſich ihm bereits genähert hatten). Nach! Ihm nach! zur Rache!

Graf Frohburg(Friedrichen aufhaltend). Bleib, Sohn, bleib! Deine Eile, deine Jugendhitze wird den Zweck nicht erreichen! Harre noch ein wenig, damit ich den Zug beſſer ordnen kann.

Friedrich. O wer wird, wer kann zögern, wenn jeder Augenblick ihren Tod befördert.

Graß Frohburg(Friedrichs Hand an ſein Herz legend). Fühle, wie's tobt, wie's hämmert, wie's gleich dem Deinigen Rache und Rettung heiſcht! Und doch muß ich ſein Verlangen verzögern, wenn ich es erfül⸗ len will. Laß mich erſt mit den Weibern ſprechen Die