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Tod gefunden haben, wenn ſie weiter vorgedrungen wären. Voll Verzweiflung und Wuth ſprangen ſie vom Roſſe und kletterten an der Mauer hin, um irgend eine Oeffnung, oder doch wenigſtens ein lebendes Ge⸗ ſchöpf zu finden, welches ihnen Nachricht von den Wei⸗ bern und Erklärung des ſo ſchnellen Unglücks geben könne. Aber ſie fanden nirgends, was ſie ſo ängſtlich ſuchten. Schon waren die übrigen ihnen nachgefolgt, ſchon vereinigten die in gleichem Grade troſtloſen Väter ihre Klagen mit den ihrigen, als Friedrichs lauſchen⸗ des Ohr ein weibliches Jammergeſchrei unten im Thale börte. Er drang hinab, und alles folgte. Ehe ſie das Thal erreichten, hörten ſie dies Geſchrei noch einige Male deutlicher; wie ſie aber hinab kamen, herrſchte überall Stille, und ihre rufende Stimme beantworteten nur die Felſenecho. Eben wollten ſie die Gegend wie⸗ der verlaſſen, als ihr ſuchendes Auge im jungen Bu⸗ chenhaine Bewegung bemerkte. Friedrich und Heinrich eilten hin, und fanden dort einige Weiber der Knechte, welche, als ſie ſich entdeckt ſahen, auf ihre Kniee ſan⸗ ken und wehmüthig um Erbarmung und Leben flehten. Es forderte geraume Zeit, ehe ſie den Weibern begreif⸗ lich zu machen vermochten, daß ſie nicht Feinde, nicht Räuber, ſondern die Söhne des Burgherrn wären⸗ Als die Erſchrocknen endlich aufblickten und ſie erkann ten, war ihre Freude eben ſo heftig und groß, wie vorher ihre Angſt geweſen war. Sie umklammerten der Ritter Kniee, und dankten Gott laut und innig, daß er ſie aus ſo großer Gefahr glücklich errettet habe. Ein Weib. Heil uns, daß ihr wieder hier ſeyd! Heil euch, wenn ihr noch zu rechter Zeit kommt, wenns euch gelungen iſt, euxe Bräute aus den Händen der grimmigen Räuber zu entreißen. Friedrich und Heinrich Gusleich Wi 6 rechter Gott! Unſere Bräute in Räuberhänden Löwenritter 1. 13


