Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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die ungewohnte Reiſe den Biſchof ſehr geſchwächt hatte. Wie aber dieſer ſah, daß die verlobten Ritter traurig in den Freudenbecher blickten, und aus Sehnſucht nicht

Theil am allgemeinen Jubel nahmen, ſo bat er die

Grafen ſelbſt um Verkürzung der Ruhezeit, und be⸗ wog dieſe, daß ſie ſchon am andern Morgen wieder aufbrachen. 5 Aengſtlich und freudig klopfte den Rittern das Herz, als ſie am vierten Tage drauf das Ende des Waldes

erreichten, welcher unfern Frohburgs Veſte lag. Sie

konnten der Begierde, nur wenigſtens den Thurm der⸗ ſelben zu ſehen, nicht länger widerſtehen; ſie ſpornten ihre Roſſe und jagten vorwärts. Gleich lebloſen Bild⸗ ſäulen, welche an der Heerſtraße zur Verehrung aus⸗ geſetzt ſind, fand ſie der nacheilende Zug. Ihre Hände, ihr Körper ruhten ohne Bewegung und Kraft, nur ihr Auge ſtarrte fürchterlich nach der geliebten Gegend, aus welcher dicker Rauch mit Feuerflammen vermiſcht emporſtieg. Mitten aus dieſen ragte der hohe Wart⸗ thurm heraus, die Flammen loderten bis an die Spitze deſſelben und färbten ſeine weiße Mauer ſchwarz. Wahrſcheinlich würden die Verliebten noch lange ohne Bewußtſeyn⸗ dies ſchreckliche Schauſpiel angeſtaunt ha⸗ ben, wenn nicht der Uebrigen ängſtliches Geſchrei ſie aus ihrem gefühlloſen Zuſtande geweckt hätte. Alle ſpornten ihre Roſſe, und eilten vorwärts, um helfen und retten zu können. Auch Friedrich folgte mit ſeinen Freunden bald nach, und obgleich die Uebrigen ſchon weit voraus waren, ſo beflügelte doch die Angſt ſo mächtig ihren Zug, daß ſie eher noch als alle an der brennenden Veſte anlangten.

Das Feuer, welches eben an den offnen Thorflügeln und an der Zugbrücke zehrté, hemmte ihre Eile. Sie verſuchten vergebens durch die Flammen durchzudrin⸗ gen. Rauch und Hitze widerſtand gleich mächtig. Ohne irgend etwas retten zu können, würden ſie ſelbſt den

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