189
Farnsburg. Geht, biedre, redliche Männer, zieht in Friede! Euer Biſchof hat uns an Gott verwieſen⸗ Er ſchützt den Sperling auf dem Dache. Wie ſollten, wie könnten wir Hunger fürchten? 3
Biſchof. Ich bin alſo frei? Ohne Bedingung? Ohne Löſegeld frei?
Farnsburg. Du biſt es!
Biſchof. Ah, wunderbarer Mann! Du ſollſt mich nicht an Großmuth übertreffen! Deine Worte haben mein Herz getroffen, ich kann der Wirkung nicht län⸗ ger widerſtehen! Nur eine Frage— ich bitte, ich flehe dich— beantworte mir, und beruhige damit mein Ge⸗ wiſſen, das bald vor Gottes Throne über alle ſeine Thaten wird Rechenſchaft geben müſſen.
— Farnsburg. Frage! Ich werde dir antworten!
Biſchof. War der getödtete Abt wirklich ſtrafbar? Wurde er der angeſchuldeten, ſchändlichen Verbrechen, ehe er ſtarb, vollkommen überwieſen?
Farnsburg. Friedrich von Frohburg, du warſt der Unſchuld Rächer und ſein Richter! Beantworte du des Biſchofs Frage!
Friedrich. Er war ſtrafbar, er wurde ſeines Verbrechens vollkommen überwieſen. Dies kann ich, dies können die Ritter, welche mich begleiteten, bei Gott dem Allmächtigen beſchwören!
Viele Ritter. Wir ſchwören's! Wir ſchwören's!
Biſchof. So hat er mit Recht gebüßt. So ver⸗ gebe ich euch die Beleidigung, welche ihr vielleicht un⸗ wiſſend ſeiner Würde zufügtet. Ich löſe, was ich gebunden habe. Ich nehme Fluch und Bann zurück und wandle ihn in Segen um! cer hebt ſeine Hände ſegnend in die Höhe) Gott der Allmächtige ſegne und ſchütze euern Auszug, wenn er zur Hilfe der Unſchuld beginnt. Gottes Segen begleite euch auf jedem Pfade! Gottes Lohn werde euch im vollen Maße, wenn ihr


