188
prüft, du magſt entſcheiden: ob der Fluch wirken ſoll, ob wir deines Beiſtands unwürdig ſind? cer zieht ſein Schwert und hebt es in die Höhe). Kühn kann ich dies Schwert deinem allmächtigen Auge zur Prüfung dar⸗ bieten! Hat unſchuldiges Blut es je befleckt, roſtet eines unſchuldigen Thräne darauf, ſo beuge ich mein Haupt unter deinem Fluche, und unterwerfe mich wil⸗ üig deiner Züchtigung! Er naht ſich dem Biſchofe) Unſre Fehde hat geendet, du haſt deine Vertheidigung Gott
ſein Gebot beſſer zu erfüllen ſuchen! Eer zerſchneidet mit ſeinem Schwerte die Stricke, mit welchen der Biſchof und ſeine Begleiter gefeſſelt waren) Du gabſt mir Fluch, ich ſchenke dir Freiheit dagegen! Du gelobteſt mir ewige Feindſchaft, ich gelobe dir und deiner Stadt Ruhe und Friede! Nur eines bedinge ich mir: Laß es den Unſchuldigen nicht entgelten, was ſie aus Furcht an dir verübten.
Biſchof. Du verkennſt mich ganz, wenn du dies wähnſt! Ich mußte die Rechte meiner Kirche verthei⸗ digen, und ſie die Freiheit ihrer Weiber und Kinder
ten mich für das Leben aller. Ich war immer ihr Vater, und hätte es gerne für ihr Wohl dahin gege⸗ ben. Nein, Bürger, fürchtet meine Rache nicht! Ich gelobe euch bei meiner Würde Vergeſſenheit aller Be⸗ leidigung, und danke euch innig, daß ihr mir Gele⸗ genheit botet, euch zu überzeugen, wie ſehr ich euch liebe!
Alle Bürger(unter vollem Fubelgeſchrei). Dank, Dank, edle Ritter! Ehrwürdiger Biſchof! Ewigen Dank!
Ein Bürger czu Farnsburg). Immer ſoll euch das Thor unſrer Stadt zur Zuflucht offen ſtehen! Tag und Nacht wollen wir den Biſchof anflehen, daß er euern Bann löſe! Wir wollen euch ſpeiſen und trän⸗
verſagen ſollten!
überlaſſen! Er mag entſcheiden! Sieh, ich will indeß
ſchützen. Sie nahmen ihre Zuflucht zur Bitte, ſie opfer⸗
ken, wenn andre, durch dieſen geſchreckt, euch beides


