186
antworten ihn in deine Hände, und bitten dich, daß du die Rache gegen ihn unterdrücken, und nur dein Recht fordern wirſt.
Farnsburg. Ich habe nie mehr gefordert. Hätte er es nicht ſo hartherzig verweigert, ſo würde ich nie drohend vor euern Mauern erſchienen ſeyn. Bürger der Stadt! Die Fehde mit euch iſt geendet! So wie ich dieſem einzigen cer gibt ſeine Hand dem alten Bür⸗ ger) die Hand zur Verſöhnung reiche, ſo reiche ich ſie euch allen, ſo wie ich dieſem Schutz und Friede ge⸗ lobe, ſo gelobe ich ihn güch allen! Nicht ihr, nur euer Biſchof hat meine Rache gereizt, und nur mit dieſem will ich rechten. Wo iſt er?(Die Bürger öß⸗ nen ſich. Der Biſchof Mit ſeinen Anhängern ſteht gefeſ⸗ ſelt in der Mitte.)
Alle Bürger. Gnäde! Schonung! Edler Rit⸗ ter! Verzeiht, vergebt ihm, wie uns!
Färnsburg(ſteigt vom Roſſe herab und geht zum Biſchofe). Ehrwürdiger Herr! Ihr hört, was dieſe hier fordern und bitten! Ich bin geneigt, beides zu erfüllen! Weit entfernt ſey's von mir, daß ich den Zufall benutzen, euch eure Freiheit mit ſchweren Be⸗ dingniſſen zur Löſung bieten ſollte. Ich fordere nur Recht und Gerechtigkeit, und ihr ſeyd dann, was ihr vorher ward, Biſchof und Hirte eines treuen Volks, das tapfer an euer Seite würde gekämpft haben, wenn es nicht ſelbſt einſähe: wie unrecht, wie weh ihr mir thatet!
Biſchof. Geächteter! Verbannter! dir ziemts nicht, ſo mit mir zu ſprechen! Glaube nicht, daß die Treu⸗ lofigkeit meiner Stadt mir andre Geſinnungen einflö⸗ ßen kann. Ich bin ein Diener Gottes, bin Verthei⸗ diger ſeiner heiligen Rechte, und darf keines derſelben verkürzen! Sieh dieſe Haare an, ſie ſind in Beob⸗ achtung der heiligen Pflicht ergraut, hoffe nicht, daß


