Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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bald nahten ſich ihnen eine Menge Weiber und Kin⸗ der, die mit bittender Miene um Schonung und Er⸗ barmen flehten. Seyd barmherzig! riefen ſie, ehe eine halbe Stunde vergeht, werden unſre Männer und Väter ſelbſt erſcheinen und euch den Urheber des un⸗ glücklichen Zwiſtes überantworten! Die Ritter ſpra⸗ chen tröſtend mit dem weinenden Haufen, und ver⸗ ſicherten alle einſtimmig, daß wenn auch Fehde ihre gerechte Forderung entſcheiden müſſe, ſie nie ein Weib beleidigen, nie ein unmündiges Kind kränken wür⸗ den. Ruhig lagerte ſich nun der Haufe den Rittern zur Seite, und blickte vereint nach der nahen Stadt, aus welcher eben jetzt ein neuer Haufe zu ziehen be⸗ gann. Es waren die Bürger derſelben, welche ohne Waffen ſich nahten, und in ihrer Mitte den Biſchof nebſt allen ſeinen Dompfaffen gebunden herbeiführken. Als ſie bei den Rittern anlangten, trat ein alter Bür⸗ ger aus dem Haufen hervor und fragte ehrerbietig nach dem Haupte des Löwenbundes. Farnsburg ritt gegen ihn und reichte ihm freundlich die Hand vom Roſſe herab.

Farnsburg. Ehrwürdiger Greis, was begehrſt du von mir?

Der Bürger. Geſtrenger Herr Ritter! Schon längſt haben wir vernommen, daß dein Bund herr⸗ liche und edle Thaten verrichtet, daß du alles das, was unſre Pfaffen als heilſam und gut anpreiſen, in Werk und in der That ausführeſt! Man nennt dich allgemein der Wittwen und Waiſen Vater, und wir hoffen dieſen auch in dir zu finden. Wir wollen nicht in Fehde, wir wollen in Friede mit dir leben, und bitten dich, daß du unſre Stadt, die deiner Macht nicht zu widerſtehen vermag, in deinen väterlichen Schutz aufnehmen wolleſt. Unſer Biſchof hat deinen Ruhm gekränkt, hat deine Ehre geächtet. Wir über⸗