Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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daß ſich das Ohr des Ewigen nicht verſiegeln läßt. Er wird euer Flehen hören, und unſern Waffen ge⸗ rechten Sieg verleihen!

Wie ſie bei Farnsburgs Veſte vorbeizogen, raſteten ſie dort einen ganzen Tag. Alle Reiſige waren treu geblieben, und ſchwuren die Veſte mit vollen Kräften

zu vertheidigen. Da aber Farnsburg ſein Habe und vorzüglich ſein altes krankes Weib vor jeder Gefahr ſchützen wollte, ſo berief er noch mehrere ſeiner Lehns⸗ vaſallen nach der Burg, und zog nun mit Ernſt gen Koſtnitz. Kaum wehten ihre Fahnen in der ſchönen Ebne, welche ſich gegen den Rhein hinabzieht, ſo ſand⸗ ten die Bewohner der Stadt ihnen ſchon Boten des Friedens entgegen, welche mit den Löwenrittern un⸗ terhandeln und die Verheerung ihrer Stadt verhin⸗ dern ſollten. Da ſie aber nicht im Namen des Bi⸗ ſchofs kamen und ſeine Geſinnungen nicht anzuzeigen wußten, ſo ſandte ſie Farnsburg ohne Antwort zu⸗ rück, forderte Auflöſung des Bannes und gerechte Ge⸗ nugthuung von dieſem. Dann erſt, fügte er hinzu, will ich die Friedensvorſchläge der Stadt anhören. Traurig zogen die Boten zurück, noch trauriger kehr⸗ ten ſie bald wieder, weil der Biſchof Auflöſung und Genugthuung hartnäckig verweigerte. So entſcheide dann das Schwert! rief Farnsburg, indem er das ſeinige zog, und alle Ritter und Reiſige ſeinem Bei⸗ ſpiele folgten. Geſchreckt durch dieſe fürchterliche Be⸗ wegung, eilten die Boten ſchnell nach der Stadt zu⸗ rück, und die Löwenritter folgten langſam nach. Eine dicke Staubwolke zog vor ihnen her, ſie glich ſo ganz dem Gewitterſturme, welcher die reiche, ſchon reifende Erndte, die ganze Hoffnung des Landmanns, mit ein⸗ mal zu vernichten droht. Ehe ſie noch die Stadt er⸗ reichten, hörten ſie klägliches Jammergeſchrei und heu⸗ lendes Gewimmer. Farnsburg gebot Stillſtand und