Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182

ſie waren bis auf zwanzig ausgezogen, und dieſe ver⸗ mochten nicht, die Veſte gegen die Kloſterknechte zu vertheidigen, welche nun muthig ſich ringsherum ge⸗ lagert hatten, und die Veſte von dem Löwenritter, welchen Friedrich zur Vertheidigung zurückgelaſſen hatte, als ein Eigenthum des Kloſiers forderten. Er ver⸗ langte ſchnellen Beiſtand und Hilfe, weil er ſich auf die Treue der Wenigen nicht verlaſſen konnte, und jeden Augenblick fürchten mußte, daß ſie ihn zwingen würden, die Veſte zu übergeben. Die beiden Grafen rathſchlagten über dieſe Botſchaft, und fanden endlich, daß ſie wollten ſie anders den Bann mit Nach⸗ druck löſen nicht im Stande wären, Neuburgs Veſte mit ſicherm Erfolge zu vertheidigen; ſie befah⸗ len daher dem Ritter, daß er ſammt der Wittwe und ihren Getreuen die Burg verlaſſen, und ſich nach Froh⸗ burgs Veſte ziehen ſollte, wo indeß alle Weiber ihrer Rückkehr harren ſollten. Hier waren ſie vor jedem Ueberfall ſicher. Nur Liſt oder Untreue hätte die ſo ſtarke Veſte überwältigen können. Wider beides ſollte eine hinlängliche Anzahl treuer Ritter und Knechte ſir indeß ſchützen, und ihnen ihr liebſtes Kleinod gegen allen Unfall bewahren. Eſchenbach fand gegen dieſen Schluß als er ihn vernahm zwar manches und vieles einzuwenden; da er aber andern Rathſchlag ertheilen ſollte, und doch nicht konnte, ſo war er mit dem eidlichen Verſprechen zufrieden, daß man nicht raſten, nicht ruhen werde, bis ſeiner Verlobten Ei⸗ genthum wieder erobert und ihr auf immer geſichert werde. Auch wurde es ihm nebenbei deutlich bewie⸗ ſen, daß die Kloſterknechte die Veſte um deswillen ſcho⸗ nen, ſie nicht zerſtören würden, weil ſie ſolche als ein Eigenthum betrachteten, das ihnen nie mehr entzogen werden könnte.

Nach einigen Tagen langte der Löwenritter mit Neu⸗