Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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Graf Farnsburg. Thue, was dir beliebt! Nur eines verkündige ich dir im Voraus: Ich bin jetzt der Beleidigte! Ich fordere Genugthuung, und werde nicht raſten, nicht ruhen, bis ſie mir geworden iſt!

Pfaffe. Auch dies will ich dem Biſchofe melden. Meine Pflicht gebietet mir, von hinnen zu ſcheiden. Söhne meines Herzens! Bald hoffe ich euch wieder zu ſehen, bald wieder in eurer Mitte zu wohnen! Es fällt mir hart, mich von euch zu trennen! Gerne wollte ich euch meinen Segen zurücklaſſen, wenn er auf dem Haupte eines Geächteten ſich nicht in Fluch wandelte! Ritter, bedenkt dies, und ſchont in dieſer unglücklichen Fehde euer Leben! Ich muß jeden Todten als einen Verdaumten beweinen! Kann, darf nicht für ſeine Seele beten!

Graf Farnsburg. Geh, Zaghafter, geh! Wir bedürfen deiner falſchen Lehre nicht! Ungerechter Bann kann nicht ſchaden! Gott iſt gerecht, und wenn ihr uns hier hartnäckig verdammt, ſo wird er dort nech Gerechtigkeit richten, und eures Fluches nicht achten!

Pfaffe. Er gab uns den Löſe⸗ und Bindeſchlüſſel!

Graf Farnsburg. Aber nicht zur Vertilgung der Unſchuld! Nicht zum Schutze gegen Mörder! Geh, ſonſt wirſt du nicht mehr gehen dürfen!

Pfaffe(ſeine Hände zum Himmel emporhebend). All⸗ mächtiger Gott, ſey du Vermittler, da deine Diener es nicht mehr ſeyn können!

Der Prieſter ging, und manches Auge ſtarrte ihm wehmüthig nach. Nur Farnsburg und ſeine Ritter blieben thätig; ſie trafen alle Anſtalten zum Zuge, ſchliffen ihre Schwerter und rüſteten ſich zur Fehde. Wie der Abend begann, langte von Neuburgs Veſte ein Eilbote mit traurigen Nachrichten an. Auch dort hatte der Biſchof den Bannbrief anſchlagen laſſen, die Kräſt deſſelben hatte auf die Reiſigen mächtig gewirkt,