Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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verkündigte. Klara und Kunigunde eilten ihm bis ans Burgthor entgegen, und Klotilde nebſt Agneſen empfingen ihn an der Treppe. Alle forſchten nun vereint: ob er gute Botſchaft bringe?

Pfaffe. Ich bringe ſie, und Löſung des Bannes, wenn eure Ritter ſich der Genugthuung fügen, welche der Biſchof unbedingt fordert.

Klara. Iſt ſie ſchimpflich?

Pfaffe. Schwer und ſchimpflich.

Klara. Dann kommt, Schweſtern, kommt! Laßt uns voraus eilen, und unſre Ritter bitten, damit ſie nicht aus allzugroßer Liebe ihren Ruhm, ihre Tapfer⸗ keit beflecken. Lieber will ich noch jahrelang ſchmach⸗ ten, ehe ich zugebe, daß mein Friedrich beſchimpft werde. Sie eilten nun eben ſo ſchnell zurück, und hatten den Rittern die Botſchaft des Pfaffen ſchon kund gethan, als er in den Saal trat.

Graf Farnsburg. Du bringſt, wie ich höre, ſchimpflichen Antrag! Schweige daher, ſonſt könnte mein Zorn gegen dich entbrennen, weil du mich zur Botſchaft an den Biſchof verleitet haſt!

Pfaffe. Ich erfüllte meine Pflicht, und dieſe kann dich unmöglich beleidigen. Als ein Diener Gottes muß ich Friede zu verbreiten und Fehde zu hindern ſuchen. Iſt's mir diesmal auch nicht gelungen, ſo muß mir doch die Abſicht genügen!

SFrohburg. Laß doch des Biſchofs Antrag höre wird unſre Rache entflammen!

V Ritter. Ja, dazu kanns dienen! Pfaffe Es bedurfte der Ueberredungen mancher und viele, ehe ich den Biſchof nur bewegen konnte, dein Sendſchreiben zu entſiegeln. Es gezieme ihm nicht, ſagte er immer, der Geächteten Briefe zu leſen, und hätten ſie ihm etwas vorzutragen, ſo wären nicht Briefe, ſondern perſönliche Gegenwart und demüthige

Löwenritter 1. 12