2—
176
Laien verletzen und die gerechte Rache derſelben rei⸗ zen!“—— Und nun keinen Buchſtaben mehr! Ich habe gethan, was ich zu thun vermochte. Mehr thue ich aber nicht! das kannſt du kühn deinem Biſchofe ſagen, wenn ſein unbilliger Stolz etwan mehr Futter verlangte.
Ritter Eſchenbach. Wärs meinem Rathe nach⸗ gegangen, ſo hättet ihr das wenige nicht hingegeben. Die Pfaffen— ich nehme wenige aus— gleichen dem Nimmerſatt, je mehr man ihnen Speiſe reicht, je mehr fordern ſie.
Pfaffe. Sey nicht ungerecht! Urtheile nicht, ehe du geprüft haſt zum Grafen Farnsburg) Gib mir deinen Siegelring!—— Und nun laß ein Roß ſat⸗ teln: In vier Tagen hoffe ich dir Antwort zu brin⸗ gen. Gott gebe, daß ich ſie deinem Wunſche gemäß
erhalte!
Graf Farnsburg. Ich bin auf alles gefaßt! Mich wird die ſchlimmſte nicht ſchrecken! wünſchte ich nicht der Dirnen Thränen zu ſtillen und meine Kin⸗ der froh und glücklich zu ſehen, ich würde dieſen Schritt nicht gethan haben, denn noch haſt du mich nicht ganz überzeugt, daß meine Ritter die heilige Prieſterwürde gekränkt haben. Böſe Handlungen haben den Abt ſchon längſt entweiht. Gott konnte des Böſewichts Gebet nicht hören, und er betrog die Sünder, wenn ſie ten, daß er ihre Reue Gott vortragen könne
Der Burgkaplan zog nun aus, und en Wünſche folgten ihm. Selbſt die Ritter vereinten ie Wünſche mit ihnen, und geſtanden offen, daß ſie üe noch mehr zur Verſöhnung geben wollten, wennür der fürchterliche Bann gelöst und das Hinderniß ih rer Verbindung gehoben würde. Vier Tage waren unter Fürchten und Hoffen verfloſſen, als am füßfften Morgen der Wächter die Ankunft des Burgkaplans


