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Graf Farnsburg(diktirend).„Graf Farnsburg entbietet dem Biſchofe zu Koſtnitz ſeinen Gruß! Du haſt über mich und meine Ritter den Bann ausge⸗ ſprochen, weil dieſe Recht und Gerechtigkeit auf Neu⸗ burgs Veſte handhabten, und den Abt des Marienklo⸗ ſters als einen Miſſethäter tödteten. Der Bube hat⸗ Gift gemiſcht, hat gemordet, und verdiente alſo dieſen Tod hundertfach. Ich würde daher deinen Bann für ungerecht halten, ihn durch die Stärke des Schwerts und durch meiner Ritter Hilfe zu löſen wiſſen, wenn nicht mein getreuer Burgkaplan mich überzeugt hätte, daß durch des Abts und ſeiner Helfershelfer wohlver⸗ diente Straͤfe das Amt und die Würde des heiligen Prieſterthums ſey verletzt und gekränkt worden. Ich bin ein Laie, welcher die Sache nimmt, wie ſie iſt, und bisher Gott nicht zu beleidigen glaubte, wenn er den ſcheinheiligen Prieſter entlarvte, und alles Volk überzeugte, daß ſeine Gerechtigkeit auch den Geweihten beſtrafe, wenn er unrecht handle. Ich bitte dich da⸗ her, nach dieſem Maßſtabe meine Handlung zu beur⸗ theilen, und da der Unwiſſende nicht fehlen kann, den unverdienten Bann zu heben. Ich gelobe dir dagegen, dir jederzeit die ſtrafbaren Pfaffen zur Entweihung zu überantworten, und ſie dann erſt zu hängen, wenn du ſie ihrer heiligen Würde beraubt haſt!“—— Gib her, ich wills unterzeichnen.
Pfaffe. Noch geziemts dir, der beleidigten Kirche ein Sühnopfer zu bieten!
Graf Farnsburg. Auch dazu will ich mich be⸗ quemen! Schreib!„Ich ſende dir durch den Ueber⸗ bringer zehn Goldgülden, welche ich deiner Kirche zur Verſohnung opfere, du kannſt jährliche Meſſen dafür leſen laſſen, damit Gott deine Pfaffen vor Miſſethat und ſchändlicher Bubenſtücke bewahre, und ſie nicht ſelbſt ihre heilige Würde in den Augen unwiſſendet


