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Graf Farnsburg. Sie iſts!
Pfaffe. Iſt ſie dies, ſo gebührt ihr Ehrfurcht, ſo iſts Sünde, wenn man ſie kränkt, wenn man ſie beleidigt.
Graf Farnsburg. Freund! du vermengſt Per⸗ ſon und Handlung! Wird die Perſon durch das Amt geheiligt, ſo gebührt ihr Ehrfurcht und Achtung, ſo lange ſie ihrem Amte gemäß handelt. Verletzt ſie aber ihre Pflicht, mißbraucht ſie ihr heiliges Amt, um un⸗ geſtraft und unter dem Schutze deſſelben böſe Hand⸗ lungen zu beginnen und auszuführen, fo verdient ſie doppelte Strafe.
Pfaffe. Das werdient ſie allerdings. Aber ver⸗ dient dieſe Strafe auch das heilige Amt? Hat dies gehandelt? Hat dies gemordet?
Graf Farnsburg. Ich verſtehe dich nicht!
Pfaffe. Ich will mich alſo deutlicher erklären. Unverletzlich und heilig iſt das Amt, iſt die Würde eines Prieſters! Iſt der Frieſter ſelbſt, ſo lange er dieſe Würde beſitzt! Hat er nun unrecht, hat er ſchimpf⸗ lich gehandelt, ſo muß er erſt ſeiner Würde entſetzt werden, ehe er geſtraft wird; da nun deine Ritter den Abt ſeiner Würde nicht entſetzten, ihm die Weihe nicht nehmen konnten, und ihn doch tödteten, ſo haben ſie dieſe gekränkt, verletzt, und nur für dieſe Kränkung fordert der Biſchof Reue und Genugthuung.
Graf Farnsburg. Ah, nun verſtehe ich dich! Du haſt mich überzeugk und belehrt! Iſt die Würde eines Prieſters durch die wohlverdiente Strafe des Abts gekränkt worden, ſo gebührt mir als Laie, den
Biſchof zu unterrichten, daß ich in dem Abte nur den böſen Buben, nicht aber den Prieſter beſtrafte. Setze dich und ſchreib!
Pfaffe(nachdem er ſich Schreibgrräthe bringen ließ Was ſoll ich ſchreiben2


