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Graf Farnsburg. Wohl dann, ich habe den Pfaffen tödten laſſen, weil er Gift miſchte, weil er ein Meuchelmörder war, weil er rauben und ſtehlen wollte. Jedes einzelne dieſer Verbrechen verdient Tod! Er vollbrachte ſie alle! War die Strafe dann nicht gerecht? Oder darf der Prieſter ungeſcheut morden? Ungeahndet rauben?
Pfaffe. Er darfs nicht! Doppelte Strafe harrt ſeiner, aber du darfſt, du kannſt nicht ſein Richter werden! Seine heilige Würde muß jeder Laie ehren, und Strafe muß dem Kühnen folgen, der ſie zu belei⸗ digen wagt. Hätteſt du Abt und Kaplan dem Biſchof überantwortet: ſein Segen würde dir jetzt ſtatt gerech⸗ tem Fluche werden!
Friedrich cbitter lachend). Haha! Er würde den Buben ſanft getadelt, und die Freiheit geſchenkt haben, damit er fernerhin heimlicher morden lerne!
Pfaffe. Schweig, du begehſt neue Sünde! Der Biſchof übt Gerechtigkeit und iſt ein heiliger Mann!
Graf Farnsburg. Das werden wir hier nicht entſcheiden. Ich frage dich zum letztenmale: ob du dein Amt verwalten? Ob du die Verlobten nach chriſt⸗ lichem Gebrauche verbinden willſt?
Viele Ritter. Zittre, Treuloſer, vor unſrer Rache!
Pfaffe(ſeine Bruſt darbietend)! Hier iſt meine Bruſt, durchſtoßt ſie, wenn ihr's für nöthig haltet! Ich werde nicht murren und in Erfüllung meiner Pflicht ruhig ſterben!—— Ich weiche nicht! Ich kann eurem Verlangen nicht Genüge leiſten! Kein Prieſter kann's und darfes, bis ihr euch nicht gereinigt habt vom Ver⸗ brechen, bis der Bann nicht gelöst iſt! Ungültig wäre eure Ehe, und Baſtarden würden eure Kinder ſeyn! Laßt euch warnen, laßt euch rathen! Gott iſt barm⸗ herzig! Deine Diener dürfen nicht unverſöhnlich ſeyn! Bietet Genugthuung, und ich will Vermittler werden!


