Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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Graf Frohburg. War euer Abt nicht ein heillo⸗ ſer Bube? Richt ein ſchändlicher Mörder? Verdiente er nicht noch ſchändlichern Lohn? Ha, iſt dies die Ur⸗ ſache eures Bannes, ſo verachte ich ihn kühn, und freue mich innig des Glücks, ausgeſchloſſen zu ſeyn von der Gemeinſchaft ſo heilloſer Buben.

Ein Ritter. Wir ſind nicht gekommen, mit den Sündern zu rechten. Nur Reue und Genugthuung kann euern Bann löſen, kann euch mit Gott verſöhnen!

Graf Frohburg. Und wer iſt denn der Kühne, der mir den Bann ſendet, der ihn über mich auszuſpre⸗ chen wagt?

Ein Ritter. Es iſt Konrad, Biſchof von Koſt⸗ nitz, in ſeinem Sprengel liegt deine Burg. Er hat Kraft und Macht dazu. Schon iſt der Bann ausge⸗ ſprochen in allen Kirchen, ſchon angeheſtet an allen geweihten Orten. Sünder, nahe dich ihnen nicht! Dein Kopf iſt vogelfrei! Dein Mörder erhält Gottes Gnade zum Lohne!

Graf Farnsburg eden der Poſaunenſchall ebenfalls geweckt hatte, und der bisher ſtill am Fenſter zuhbrte, binabrufend). Meldet euerm Biſchofe einen ſchönen Gruß vom Grafen Farnsburg! Er iſt Hauptmann des Löwenbundes! In aller ſeiner Ritter Namen läßt er ihm wohlmeinend rathen, ſchnell und eilend den Bann zu löſen und ihn in Segen zu verwandeln, ſonſt werde er nächſtens vor ſeiner Stadt erſcheinen und ſtrenge Rechenſchaft über die kühne That fordern.

Ein Ritter. Unſer Biſchof achtet eure Drohung nicht! Er ſteht in Gottes Schutz und hat nichts zu fürchten. Auch ihr ſeyd verbannt, auch ihr ſeyd geäch⸗ tet! Schon haben wir an eure Burg den Aechtungs⸗ brief angeſchlagen, und wohnen Männer darin, welche Gottes Gebot fürchten, ſo werdet ihr wahrſcheinlich euer Neſt leer und verlaſſen finden.