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ſchwere Probe! Heil mir, daß ich ſie überſtanden habe!—— Die alten Grafen waren eben hinzuge⸗ treten und verwunderten ſich über Heinrichs ſeltſame Reden, ſie forſchten bei Agneſen nach der Urſache, und dieſe erzählte ihnen: wie ſie anfangs der Väter Reden belauſcht, und dann den armen Heinrich ge⸗ täuſcht und hintergangen habe.
Graf Farnsburg. Närriſche Dirne, was ſollte, was konnte dir dieſe ſeltne Täuſchung nützen 2
Agnes. O viel, ſehr viel! Ich weiß, daß ihr die Ritter, welche in euern Bund aufgenommen zu wer⸗ den wünſchen, vorher hart prüft. Iſt Eheſtand nicht ein noch engerer, nicht noch wichtigerer Bund? Ver⸗ dient er nicht vorher auch Prüfung?
Graf Farnsburg. Allerdings! Aber war die deinige nicht zwecklos?
Agnes. Sie war's nicht! Ich wollte forſchen, ob nicht blos euer Anſehen, oder mein bischen Schönheit ihm den Wunſch der Verbindung mit mir angenehm mache? Ich wollte verſuchen: ob er nicht blos meine Hand, ſondern auch mein Herz zu beſitzen wünſche. Ich zeigte ihm die Unmöglichkeit dieſes Beſitzes, ich flehte ſeine Rechtſchaffenheit, ſeinen Edelmuth um Hilfe und Erbarmen an. Hätte er mir beides verweigert, hätte er ungeachtet meines offnen Bekenntniſſes die Werbung um mich nicht aufgegeben, ſo wär ich über⸗ zeugt worden, daß ſeine Liebe unrein, daß ſeine Ab⸗ ſicht eigennützig ſey, und ich ſchwörs hier öffentlich Ehe würde ich den Schleier, ehe den Tod gewählt haben, ehe ich ihm meine Hand gereicht hätte.
Graf Farnsburg Gu Heinrichen). Wohl dir, daß du dich in die ſeltne Laune zu fügen wußteſt!
Heinrich. O ſie hat mir ſchreckliche Pein, gual⸗
volle Stunden verurſacht! Löwenritter 1. 11
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