160
feierlich verſprechen, daß der Genannte mein Gatte
werden ſoll! Graf Farnsburg. Schlange, wenn du meine
Erwartung hintergingſt!—— Doch unmöglich, un⸗ möglich! Ich gelobe, ich beſchwöre, in aller Gegen⸗
wart dein Verlangen zu erfüllen! Biſt du nun zu⸗ frieden?
Agnes. Vollkommen!(den Becher in die Hand nehmend) Wenigen meines Geſchlechts wird freie Wahl zum Theile. Bank ſey euch Vater, für dieſe große Gunſt! Ich könnte nun unter Tauſenden ſuchen und wählen, da mein Herz aber ſchon den Beſten, den Würdigſten gefunden zu haben glaubt, ſo will ich auch ohne weitern Verzug ſeine Geſundheit trinken. Es lebe mein Geliebter! Es lebe mein künftiger Gatte! Es lebe Heinrich, Graf zu Frohburg!
Alle Ritter, Er lebe! Er lebe! Er lebe! Er lebe lang und froh!—— Von allen Seiten ſtürmte nun die glückwünſchende Menge auf Heinrichen los, der gleich einem Träumenden da ſaß, den angench⸗ men Schall wohl gehört zu haben glaubte, aber ſein unverhofftes Glück doch nicht zu faſſen vermochte. Er hatte, als Agnes den Becher ergriff, ſeinen Sitz zurückge⸗ ſchoben; und wollte ſich eben entfernen und ſo dem Spotte aller entgehen, als er ſeinen Namen ausſpre⸗ chen hörte. Er ſank wieder auf ſeinen Sitz zurück und wagte es nicht, ſein Auge aufzuſchlagen. Lange würde er vielleicht noch in dieſem Zuſtande verharrt haben, hätte Agneſens Zauberſtimme ihn nicht daraus erweckt. Nun, Ritter, nun, ſprach ſie zu ihm, verdient meine Wahl keinen Dank?
Heinrich. O tauſendfachen! v unnennbaren! 60
ihren Füßen hinſinkend) Grauſame, ihr habt mein Herz
tödtlich verwundet, aber ihr habt es auch wieder durch 4 ein einziges Wort geheilt! Es war eine harte, ein


