Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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blicke zählen, in welchen ich mein Leiden nicht zu füh⸗ len glaubte. Oft, wenn er vor meinen Augen ſie küßte, und die Unbarmherzige jeden Kuß erwiederte, da wars, als ob ich ihn und ſie durchbohren müßte aber wenn bald darauf ihr geſenktes Auge mich um Vergebung zu bitten, ihr mißvergnügter Blick mich zu verſichern ſchien, daß nur Pflicht, nicht Liebe und Her⸗ zensdrang den Kuß erwiedert hätte, da vergaß ich alle Rache und dünkte mich glücklich. Immer hoffend, oſt verzweifelnd, durchbebte ich bis geſtern volle fünf Jahre! Schrecklich tobte es in meinem Hexzen, als die Knechte mir den todten Körper meines Wenbuhlers brachten. Erſt dann, als die Hoffnung mich gelabt hatte, daß ſie nun frei ſey, war mirs möglich, Rache über ſeine Mörder zu denken und zu heiſchen. Ich vergaß ſie ganz, da ich erfuhr, daß ſie gefangen ſey, und ſchwur, ſie zu retten oder für ſie zu ſterben. Wir ſiegten; ich ſprengte die Thüre ihres Gefängniſſes; ich löste ihre Bande; ich ſchwur in Kler Ritter Gegenwart, ihr Gatte zu werden, meines PVatets nickendes Haupt gab dieſem Schwur Beifall, und ſie o die Unbarmherzige! o die Grauſame! ſie verachtet meine Liebe, will in einem Kloſter den Ueberreſt ihrer Tage verweinen, ver⸗ beten!

Adelheid. Faſſe dich, Bruder! Wie kann ſie jetzt ſchbä dir Liebe und Treue ſchwören? Würde nicht jeder ſie haſſen und verachten, ſie am offnen Grabe des Mannes dir ihre S i ihr Zeit, laß dieſe wirken, und Kh wird dir ihre Einwilligung früh genug w

Friedrich. Kalte Seele, du aſt keinen Begriff don Leiven der Liebe: dir warder ſte keimende Wunſch ſchon gewährt, du kannſt meine Qual nicht meſſen, nicht beurtheilen! Rufe der verlöſchenden Lamnpe zu Harre bis morgen, dann will ich dir S geben⸗