Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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26 Ihr Auge, in welchem ſich Thränen ſammelten, ſchien mich zu bewillkommen. Ihr Vater war geſtorben, und ſie trauerte um ihn. Die Frage: Warum nicht cher? Nicht früher? durchbebte mein Herz. Sie ſchien ſolche darin zu leſen, und mir wars, als ob ihr Mund, der einen Willkomm ſtammeln wole, ſolche gerne wieder⸗ holt hätte. Die Farbe ihrer Kleidung machte ſie heute noch reizender, ſie ſtimmte ſo vollkommen mit der Ro⸗ ſenbläſſe ihrer Wangen, mit dem matten, thränenden Auge. Ich vergaß alles, ſah nur ſie, und dachte mich

in ihrem Anblicke glücklich. Eben ſtand ſie mit dem Willkommsbecher bhr mir, als mein Blick an ihr hin unterglitt, und ich deutlich bemerkte, daß ſie ſchwanges

ſey. O Schweſter! o künftiger Bruder! damals war mein Zuſtand ſchrecklich, fürchterlich. O er war un⸗ nennbar! In meinem Herzen ſtockte alles Blut, und jeder einzelne Tropfen deſſelben löste ſich wieder mit einem Dolchſtiche davon ab, den er bei jedem Puls⸗ ſchlage in allen meinen Adern wiederholte. Meine Nerven durchfuhrs blitzähnlich, und im Marke nagte

es nattermäßig. Heftiger Krampf zuckte inmeinen* Händen und ſchüttelte mächtig mein Haupt das ſé

gern verneinen wollte, was mein ſtarres Auge ſah Ich unterlag und ſank ohnmächtig nieder, Ihre kle gende Stimme weckte mich aus dem ſchrekklichen Tau mel, und der argloſe Gatte nahms willig für Folgen meiner überſtandenen Krankheit. Ich würde bis mor⸗ gen erzählen müſſen, wenn ich euch all meine Leiden, all meinen Kummer ſchildern wollte. Ich ſchied mii

dem feſten Vorſatze, nie wiederzukehren, ſie nie mehr

zu ſehen, und war am andern Tage doch wieder bei ihr. Ein Blick des Mitleids, der theilnehmende Do ihrer Stimme war alles, was ich jetzt und in die Zü⸗ kunft erhielt; aber dies war Balſam auf meine Wun den und ich konnte nur in ihrer Geſellſchaft Augen