Herzens; aber doch ſalbte noch vft Hoffnung die eiternde Wunde und ließ ſie nicht zum Krebſe ausarten; aber bald, bald!—— O ich ſchaudere noch, wenn ich die⸗ ſes ſchrecklichen Augenblicks mich wieder erinnere! Noch habe ichs nie verſucht, meinem namenloſen Jammer Worte zu geben ich will ſehen, ob ichs jetzt vermag. Hagberg kaufte vamals die Veſte Thürings, welcher Golt zu Ehren ewige Armuth ſchwur und nach dem heiligen Lande wallfahrtete. Nur einige Tage zuvor hatie er ſolche mit ſeinem mir unbekannten Weibe be⸗ zogen, als der Zufall mich in dortige Gegend führte, mich bald neugierig nach ihrer Bekanntſchaft machte, weil mir ein alter Knecht erzählte, daß die junge Frau bisher in einem Kloſter ſey erzogen worden und ſtill und einſam auf der Burg lebe. Ich hoffte, durch ſie Nachricht von meiner Klara zu erhalten, und beſchloß ſogleich, dem neuen Nachbar meine Freundſchaft anzu⸗ bieten. Ehe ich noch ſeine Burg erreichte, und durch den Fleinen Hain, der am Abhange grünt, hinauf ritt, ſah ich in ſolchem eine Dirne umherwandeln. Sie betete andächtig in einem Pſalter. Ihre Größe, ihr Haar, ihr Gang trinnerte mich an Klaren. Sie wandtt ſich um. Es war ihr Auge, ihr Mund, ihr Geſicht. Ich ſtürzte herab vom Pferde und hin zu ihren Füßen! Alles ſchwand vor mir. Ich ſahe nur ſie. Klara? 5 Klara! ſchrie ich. Friedrich! Friedrich! antwortete ſie und lag in meinen Armen. Eben erhielt ich Kraft, die Wonne des Wiederſehens zu ſchmecken, als ſie empor⸗ bebte: Ich bin das Weib eines andern! Ich bin Hag bergs Weib! ſprach ſie fürchterlich, und entfernte ſich ſchnell. Wie lange ich ihr noch nachſtarrte, wie und„ wann ich heimkehrte, weiß ich ſelbſt nicht. Als ich wieder Kraft zu denken empfand„lag ich auf meinem 3 Lager, du reichteſt mir eben einen Stärkungstrank und* erzählteſt mir auf meine Frage, daß ich ſchon einei
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