Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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Hagberg! O wie ſoll ich anfangen! Wie enden! Ich liebe ſie. Ach, ſo hat noch kein lebendes Geſchöpf geliebt! Ich liebte ſie ſchon, ehe ſie noch die Verlobte, das Weib Hagbergs war!

Adelheid. Hab ichs doch manchmal gedacht, daß hinter dieſer engen Freundſchaft, die dich an den Ritter zu feſſeln ſchien, etwas anders verborgen läge! Hab ichs doch manchmal vermuthet, wenn's dich ſo mit Gewalt aus der Mitte unſerer Gelage und Feſte zu zu ihm hinüberzog!

Friedrich. Haſt du, Schweſter, haſt du? Nun dann kannſt du die Größe meiner Liebe beurtheilen! Ich muß dir alles erzählen, wenn du ſie ganz fühlen ſollſt. Als ſie noch Jungfrau war, kaum das fünfzehnte Jahr ihres Alters erreicht hatte, da ſah ich ſie zum erſtenmale auf Dorneggs Veſte. Sie ging in der Mitte vieler mannbaren Jungfrauen, aber ihre Geſtalt ragte gleich der ſchlanken Pappel über alle an⸗ dern Bäume hervor. Ich blickte in ihr großes, ſchwär⸗ zes Auge, das Ehrfurcht, aber auch Liebe zu fordern ſchien. Ich ſchwur in dieſem Augenblicke ihr die let tere, und hing von dieſer Zeit an klettenähnlich an ihr. Sie achtete bald meines eifrigen Minnedienſtes, gab mir Gelegenheit, ihm Worte geben zu können, und geſtand mir, daß auch ſie mich liebe, als Gattin an meiner Seite zu leben wünſche. O Schweſter, dieſer Augenblick bleibt mir unvergeßlich! Noch im letzten

Augenblicke meines Denkens, Fühlens und Sehens wirds mir vor Augen ſchweben, hinüber werde ich in

dem Anblicke ſchwinden: Wie ſie errröthend vor mir

ſtand, wie ihr großes Auge ſich ſchamhaft zur Erde

ſenkte, wie ſie ſtotterte, zitterte, wie ihr Buſen wallte,

ihr Herz klopfte, und ihr Mund endlich dem Gefühle

inniger Liebe Worte gab Glücklicher war kein Geſchöh

auf Erden, als ich damals war! Seligere Wonſie 3