Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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daß der Wunſch, ſich einſt ewig lieben zu dürfen, ſtets mit ihnen aufgewachſen ſey. Schon hatte der gli

liche Thierſtein ſeiner Adelheid mehr als einen Küß geraubt, viele derſelben freiwillig erhalten, als Graf Friedrich, ihr älteſter, ſtets heißgeliebter Bruder ſich ihnen nahte. Seine Miene war trüb und düſter, und verrieth deutlich den Gram, der ſein Herz engte⸗.

Adelheid. Was fehlt dir, lieber Bruder 2

Friedrich. Das, was du eben im vollen Ueber⸗ maße genießeſt. O Schweſter! ich bin verurtheilt zum Unglücke, zum ewigen Leiden!

Adelheid. Vergib, wenn ich dir offenherzig ge⸗ ſtehe, daß ich dein Unglück, dein Leiden nicht kenne, die Urſache deſſelben nicht errathen kann. Friedrich. Liebteſt du ehe ſchon den Grafen Thier⸗ ſtein 2

Adelheid. Ich? Wozu dieſe Frage? Es iſt mög⸗ lich, aber

Friedrich. Du liebteſt ihn heiß und zärtlich, dies verrieth von jeher dein Blick, deine Miene. Ein glück⸗ liches Ungefähr gewährte dir den geheimen Wunſch deines Herzens. Eben dieſes Ungefähr erweckte auch in mir wieder ein Gefühl, das ich ſchon lange Jahre vergebens zu erſticken bemüht war. Ich hoffte aufs neue, hoffte mit Zuberſicht, und bin betrogen. Ver⸗ loren auf immer! Ach, warum bin ich nicht Hagberg? Warum ſchlafe ich nicht ſtatt ihm im Grabe! Mir wäre wohl, und er könnte ein Glück genießen, das mir nie, nie, o es iſt gräßlich! nie mehr werden ſoll.

Adelheid. Friedrich! ich verſtehe dich nicht!

Friedrich. Sollſt und mußt es jeßt Mein Jam mer iſt zu groß; mein Herz kann ihn nicht faſſen J nuß Rath, muß Troſt haben, ſonſt verzweifle ich Sute liebendes Herz kann nur die Größe meines Ver⸗ uſtes fühlen. Nur ihr könnet ſie meſſen. Klara von