Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wundet zu Boden ſtürzte, hier wieder ein anderer flu⸗ chend ſein Leben aushauchte. Noch war ihr Herz frei⸗ noch konnte es keinen wählen, als ſchon die Zahl der Ritter zu Ende ſich neigte, nur einer noch die Er⸗ zählung ſeiner Thaten vorzubringen hatte. Dieſer ein⸗ zige war ein junger Graf von Thierſtein; ſein Vater war unter des ſchwäbiſchen Herzogs Fahne mit ins heilige Land gezogen und hatte dort ſeinen Tod ge⸗ funden. Verlaſſen von allen, würde der Aermſte nach der Mutter Tod nirgends Obdach, nirgends Koſt ge⸗ ſunden haben, hätte nicht Graf Frohburg ſich ſeiner erbarmt. Er lohnte in ihm des Vaters ehemalige Freundſchaft, ließ ihn wohl erziehen und in allen Wiſ⸗ ſenſchaften unterrichten. Von Jugend 2 war er oft Adelheiden zur Seite, wartete emſig ihren Blumen und fütterte ihre Vögel. Alter und Ge ſchäfte hatten die Jugendfreunde nach der Hand getrennts aber im⸗ mer hing ſein Herz noch an Adelheiden, immer ſchau⸗ derte er zuſammen, wenn ſein Blick den ihrigen traf, wenn ſie freundlich mit ihm ſprach, ihn wohl gar an die glücklichen Zeiten der Kindheit erinnerte. Schüchtern und furchtſam, hoffend und fürchtend war er jetzt imme den kühnern Rittern gewichen⸗ und mußte endlich ſich Adelheids Richterſtuhle nahen. Ihr Geſicht färbte ſich, als ſie ihn erkannte, und un⸗ Wünſche fingen an, ihr Herz zu beſtürmen. Der junge Ritter hatte ſich in ſeinen Mantel gehüllt, ſchien unter demſelben etwas zu verbergen, begann einigemal zu ſprechen, und verſtummte immer wie⸗ der, wenn er Adelheiden ins Auge blicken wollte. Der alte Graf(unwillig). Du zanderſt lange! Deuke, daß die andern des Preiſes harren! Schweiße lieber, wenn du dich ſeiner nicht würdig dünkſ Adelheid. Laßt ihn, Vater laßt ihn ſprechen Ich bin Richter und muß jeden hören⸗ Sprzcht, Löwenrittet i 2