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Herr von L— fuͤhlte das Gewicht dieſer Grunde mit voller Staͤrke, er konnte es zu keiner Klage kommen laſſen, und forderte endlich nur Aufſchub, um alles genau pruͤfen, und den am wenigſten koſtbaren Weg waͤhlen zu koͤnnen; aber die Juͤdin beſtand auf ſchneller und feſter Erklaͤ⸗ rung. Mit Mͤhe konnte ſie— bewegen, nur wenigſtens ihren Bruder, den Abraham, herbei rufen zu laſſen, um mit ihm, 6. dem Urheber dieſes ſchreklichen Ungluͤks, ſpr chen zu koͤnnen. Er erſchien, und hoͤrte mit Gedult die Vorwuͤrfe an, welche ihm L— im gerechten Zorne machte. Ich habe ſie verdient, aber ich kann den Vorſaz meiner Schweſter nicht mißbilligen, denn Noth kennt kein Geſez, und da ſie den Gewinn beinahe ganz allein gezogen haͤtten, ſo iſt es auch billig, daß ſie izt den Verluſt tragen, welchen der All⸗ maͤchtige uͤber uns verhaͤngt hat. Dies war alles, was er antwortete, und L— mußte ſich zur Unterhandlung bequemen. Ehe eine Stunde verging, waren beide Theile einig. Herr von L— öbergab beiden fuͤr vierzigtauſend Gulden Wechſelbriefe auf ſechs Monate Sicht. Mit
dieſer Summe hoften ſie nicht allein die Strafe
bezahlen zu können, ſondern auch noch nebenbei den Abzug, welche dieſe Wechſel nothwendig bei der Umſezzung in baares Geld leiſten mußten, zu beſtreiten. Alle Verſicherungen, Verpfaͤndungen und Kauzionen, welche uͤbrigens die Juden gelei⸗
ſtet hatten/ mußte er gegen die Briefe, welche


