Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1797)
Entstehung
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Die Juͤdin. Citter) Zum Gerichte. Will durch neuen Verrath meinen Mann retten, und meinen Kindern einen Vater erhalten. Wenn ich die ganze Sache mit allen ihren Umſtaͤnden anzeige, ſo wird man willig meinen Gatten frei laſſen, und ſich an denienigen halten, der zahlen kann, und zahlen muß. Auf dieſe Art werde ich am Ende noch als Denunziantin belohnt. Die That iſt ſchaͤndlich, ich ſr⸗ ſelbſt den Traum verabſcheut haben, der ſie ir als wuͤrklich vorgeſtellt haͤtte, aber der Schwimmende ergreift iedes Bret. Mein Mann ſchmachtet im Gefängniſſe, ſieben Kinder jammern zu Hauſe, unter meinem Herzen ruht das achte. Den ſolch ein Bild nicht ruͤhrt, der verdient keine Schonung.

Hr. v. L. Gute Frau, was will ſie unternehmen? Ich werde, ich muß alles laͤugnen.

Die Juͤdin. Dies bezweifſe ich nicht, aber wenn ich erweiſe, daß ſie die Zahlung im Auslan⸗ de leiſteten, wenn ich die Briefe vorzeige, die ſie meinem Mann ſchrieben, ſo wird das hartnaͤkkigſte Laͤugnen nichts nuzzen. Gnädiger Herr, ich will und wuͤnſche ihr Ungluͤk nicht, beſinnen ſie ſich eines beſſern. Iſt der Schritt einmal gethan, ſo kann er nicht zuruͤk gethan werden, und ihr Anſehen, ihr Zutrauen iſt unwiederbringlich ver⸗ lohren, ſie muͤſſen obendrein noch weit mehr zahlen, als wir zahlen wuͤrden, wenn wir die oanze Sache auf uns nehmen.

chen⸗,