Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1797)
Entstehung
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ob er gleich ganz gewiß unter ſeinen kriſtlichen Mitbuͤrgern weit billigere Glaͤubiger gefunden, das Geld ſelbſt auf weit längere, und folglich weniger laͤſtigere Termine erhalten haͤtte. Aber falſche Schaam, oder vielmehr falſcher Stolz verhinderte dieſen Schritt. Er hatte im Zirkel ſeiner Freunde oft und vielmals erklaͤrtdaß der Faufmann nie ſicher, nie mit Hofnung eines ge⸗ wiſſen Vortheils ſpekuliren könne, wenn er mit erborgtem Gelde handeln muͤſſe, er hatte dieſen Saz oft hartnaͤkkig vertheidigt, und wollte nun nicht ſelbſt ſeiner Ueberzeugung oͤffentlich wider⸗ ſprechen. Die juͤdiſchen Wäkler, welche er ru⸗ fen ließ, waren diesmal nicht ſo bereitwillig; ſie konnten nicht begreifen, wie einer der reichſten und angeſehnſten Kaufleute der Stadt in ſo groſſe Verlegenheit geſezt wuͤrde, wiederholt, und eine ſo anſehnliche Summe borgen zu muͤſſen; ſie arg⸗ wohnten mit vollem Rechte irgend einen groſſen Bankerut in der Ferne, welcher vielleicht dem reichen L einen groſſen Theil ſeines Vermoͤ⸗ gens geraubt, und ihn dadurch unſicher gemacht habe. Sie gaben ihrer Vermuthung Worte, und forderten, ehe ſie die verlangte Summe zahl⸗ ten, Beruhigung und Ueberzeugung. L glaub⸗ te beides nicht beſſer gewaͤhren zu koͤnnen, als wenn er ihnen alles aufrichtig erzaͤhle; er thats, und die Zweifler heiſchten die Obligazion des Ge⸗ ſanden als ein Unterpfand. So ungerne L ihr Verlangen gewaͤhrte, ſo mußte er es am Eu⸗

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