29
nahm Wilhelm ſeine Buflucht zu einer nenen Luͤge, und verſicherte dreuſt, daß alle dieſe Dukaten ein Geſchenk ſeines Wohlthaͤters des Forſtmeiſters waͤren, welche er nach und nach von ihm erhalten, immer ſorgfaͤltig aufbewahrt, im Rauſche aber zwei daben ausgegeben haͤtte, und mun dieſe That um deswilien verheelen wollte, weil er ſeinen Wohlthaͤter durch ſo ſchlechte Verwendung, die ihn izt herzlich reue, ganz natuͤrlich beleidigen muͤſſe. Der Lehrmeiſter, welcher das gute Herz des Forſtmeiſters, ſeine Vaterliebe zu dem Juͤngling kannte, glaubte Wilhelis Erzaͤhlung vollkommen,
und verwieß ihm nur die ſchlechte Verwendung des Geſ s. Damit dich, ſprach er, nicht
bei aͤhnlicher Gelegenheit neue Verſuchung zu ſolch einer Verſchwendung reizt, will ich dir das uͤbrige Geld aufheben, und morgen die ganze Geſchichte dem Herrn Forſtmeiſter erzaͤhlen, denn ich bin gewiß, daß er dir unter ſolchen umſtänden die That willig verzeihen wird, aber aͤuſſerſt zuͤrnen, und ſchrekliche Dinge von dir denken wuͤrde, wenn er ſie gleich mir mit ſo vergroͤſſerten Umſtaͤnden erfahren ſollte. Obgleich Wilhelm ſehr natuͤrlich dies Bekenntniß unter mancherlei Vorwand zu hindern ſuchte, ſo beſtand doch ſein Lehrmeiſter feſt darauf, und verſicherte wiederholt, daß die ganze Geſchichte ſeinen Wohlthaͤter nicht erzuͤrnen werde.
Der in der Schlinge gefangne Wilhelm Ling nun zagend und furchtend ſchlafen.
————


