Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1797)
Entstehung
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Nacht und Finſterniß vermehrten ſeine Angſt, of⸗ nes Bekenntniß wuͤrde ſie ganz gemindert haben, aber dies achtete Wilhelm nun ganz fuͤr unmoͤglich, furchtete ſogar mit wahrſcheinlichem Grunde, daß man ihm keinen Glauben beimeſſen werde. Sei⸗ ne Angſt vermehrte ſich daher mit ieder Stunde, trieb ihn um Mitternacht aus ſeinem Bette, und zum aͤuſſerſten Nittel, zur ſchleunigen Flucht. Wie der Tag anbrach, war er ſchon drei Meilen weit von ſeinem bisherigen Wohnorte entfernt, warf ſich matt und ermudet unter einen Baum nieder, und weinte bitterlich. Das Bewuſtſein, daß er unſchuldig leide, vermehrte ſeinen Jam⸗ mer, und die Ueberzeugung, daß er ohne Lehr⸗ brief und Atteſt nirgends Dienſt finden wuͤrde, nagte ſchreküch an ſeinem Herzen. Endlich be⸗ gann er ſeine Flucht aufs neue, und ernaͤhrte ſich kuͤmmerlich durchs Betteln weil er keinen Pfennig mit ſich genommen hatte. Nur wenige fragten nach der Urſache, welche ihm zum Betteln bewog, und dieſen erzaͤhlte er, daß ſein Vater wegen Verdacht eines Wilddiebſtahls ſein Brod verlohren habe, ihn nun nicht mehr ernaͤhren koͤnne, und geradezu fortgeſandt habe, um unter fremden Leuten Huͤlfe zu ſuchen. Keiner bezwei⸗ felte dieſe Erzaͤhlung, und ließ ihn ungehindert weiter ziehen. Schon war er fuͤnf Tage im Lande umher geirrt, naͤherte ſich izt der Graͤnze, und wollte eben in einem kleinen Städtchen an einem Sonn⸗