Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1797)
Entstehung
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19 armen, unſchuldigen Wilhelm blos durch ſeine ungerechte, ſchrekliche Drohung zur Flucht bewo⸗ gen habe. Sie erwartete von dieſer Liſt die groͤßte Wirkung, und hoftedaß der Vater dann die Nuͤkkehr des unſchuldigen Sohns ſelbſt wuͤn⸗ ſchen, und ihm ſeine Flucht verzeihen werde. Sie weinte aufs neue, als ihr Wilhelm geſtand, daß er das Meſſer, um ſeinen Hunger zu ſtillen, verkauft habe. Wie er aber verſicherte, daß er die Stadt wieder finden, und den Knaben, an welchen er es verkaufte, ſogleich erkennen wolle, ſo eilte ſie zum naͤchſten Nachbar, borgte dort ſechs Groſchen, und gab dieſe Wilhelmen, damit er ſogleich forteilen, das Meſſer wieder einloͤſen, und von dem Ueberreſte zehren ſolle.

Wilhelm lengte glüklich am Abende in dem Staͤdtchen an, ſuchte vergebens am andern Tage den Knaben, und verzehrte unter dieſer Zeit das ganze Geld, welches ihm die Großmutter gege⸗ ben hatte. Da mun laͤngeres Suchen unniz ward, er ſich izt gar nicht mehr heimtraute, ſo wanderte er weiter, und bettelte ſchon im naͤch⸗ ſten Dorfe als ein verlaßnes Soidatenkind einiges Brod. Die Racht uͤberraſchte ihn in einem Wal⸗ de, fruͤhe erblikte er unfern von ſich einen Scha⸗ fer mit ſeiner Heerde, er geſellte ſich zu dieſem, und weidete durch fuͤnf Tage ſeine Schaafe. Die⸗ ſer theilte zum Lohne ſeine Speiſe mit ihm, da aber Wilhelm in der Folge nur mit dem Hunde ſpielte; ihn oft zur Unzeit die Schaafe hezte,

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