10 Tauben bis am Morgen zu harren verſprochen. Der Schulmeiſter kann bis zur andern Woche warten, bis dahin erhaͤlſt du's von der Groß⸗ mutter zuruk, ſo dachte er, und kaufte die Tau⸗ ben. Er trug ſie mit groͤßter Freude im Schub⸗ ſakke nach Hauſe, und ſtahl ſich ſo oft als moͤg⸗ lich nach der Kammer, um ſie zu beobachten. Aeuſ⸗ ſerſt groß war ſeine Freude, als ſie ſchon am dritten Tage zu Neſte trugen, und am fuͤnften wuͤrklich Eier legten. Nun uberrechnete er ſchon in Gedanken den groſſen Gewinn, welchen ihm in der Folge der Verkauf der iungen Tauben ge⸗ waͤhren wuͤrde, und verwande durch vier Wochen allemal das Schulgeld zum Ankaufe eines neues Paares. Sein Vater, den izt ſeine Wunde mehr als gewoͤhnlich ſchmerzte, ihn aber auch um ſo ſtaͤrker mislauniſcher machte, argwohnte dieſe Zeit hindurch nicht das geringſte, und waͤhnte ſtets, daß Wilhelm in der Schule lerne, wenn er in der Hinterkammer ſtekte, und ſeine Tauben beo⸗ bachtete. Eben ſaß er mit ſeinem Vater am fol⸗ genden Sonntage beim Mittagsmale, als ſich die Thuͤre oͤfnete, und der Schulmeiſter des nahen Dorfs, wohin Wilhelm immer in die Schule ge⸗ hen ſollte, eintrat. Wilhelm zitterte und ahndete Entdekkung, die auch richtig erfolgte. Denn der Schulmeiſter, welcher die woͤchentlichen zwei Gro⸗ ſchen ungerne mißte, kam zu bitten, damit der Herr Einnehmer doch fernerhin ſeinen hofnungs⸗ vollen Sohn den ſo noͤthigen Unterricht genuͤſſen
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