durch nur vermehrt; wenn er vor den Haͤuſern ſeiner Nachbarn voruͤberging, ſeine Schulkame⸗ raden pfeiffend im Taubenſchlage erblikte, da weinte er oft aus kindiſchem Jammer, und rang ſtets nach Gelegenheit, nur ein Paar dieſer Tau⸗ ben zu beſizzen. Er wollte des Vergnuͤgens, ſie im Hofe zu fuͤttern, und auf den Daͤchern umher⸗ flattern zu ſehen, gerne entbehren, wenn er ſie nur bei ſeinen uͤbrigen Voͤgeln in einer kleinen Hinterkammer, wohin der Vater nie kam, auf⸗ bewahren, und dann und wann beſuchen koͤnne, Um dieſe Zeit, da eben Wunſch und Begierde am heſtigſten nagte, trug ihm ein anderer Knabe ein Paar ſchoͤne Tauben zum Kaufe an. Er konnte der Verſuchung nicht widerſtehen und verſprach ſol⸗ che mit zwei Groſchen zu bezahlen, da aber der liſtige Knabe erſt das Geld haben wollte, ehe er die Tauben ausfolgte, ſo entſtand neuer Kummer in ſeinem Herzen. Er nahm ſeine Zuflucht zur Grosmutter, aber die gute Alte hatte ihr weniges Geld eben auf ein Paar Schuhe und Struͤmpfe zum nahenden Winter verwendet, und konnte wenigſtens izt des Enkels Bitte nicht erfuͤllen. Schon glaubte er dem vortheilhaften Kaufe, und ſeiner ſo groſſen Freude entſagen zu muͤſſen, als ihm ſein Vater am andern Morgen, wie's jede Woche gewoͤhnlich war, das Schulgeld uͤbergab, um es nach der Schule mitzunehmen. Es wa⸗ ren eber zwei Groſchen, und ſein iunger Freund hatte 1 dem weitern Verkaufe der reizenden
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