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7 dentlich gequaͤlt hatte. Sein unſchulbiges Lallen machte Eindruk auf ſein Herz, er duldete ihn izt in ſeinem Zimmer, ſpielte wohl gar dann und wann mit ihm, doch geſchah dieß aͤuſſerſt ſelten, und wenn ihm der Kleine durch ein unwilliges Wort, oder eine verdruͤßliche Mine zum Zorn reizte, ſo folgte allemal Strafe, die oft an militaͤriſche Strenge graͤnzte, und immer den Unwillen der ſanftern Großmutter erregte.
Unter aͤhnlicher Behandlung erreichte der muntere Knabe das achte Jahr, ward dann vom Vater in die nahe Schule geſchikt, und mußte ie⸗ den Tag daheim beweiſen, was er in dieſer gelernt hatte. Wenn er dann— wie es oft ge⸗ ſchah— der vaͤterlichen Erwartung nicht ent⸗ ſprach, oder gar fehlte, ſo waren derbe Schlaͤge ſeine Strafe, welche die eifrige Vorbitte der Großmutter nie verhindern, nicht einmal min⸗ dern konnte. Wilhelm— ſo nannte man den Knaben— beſaß die Faͤhigkeiten ſeines Vaters im hohen Grade, auch hatte er Anfangs den beſten Willen und groſſe Luſt, etwas zu lernen, und ſich durch Geſchiklichkeit auszuzeichnen. Wie aber der zu ſtrenge Vater ſtets mehr, als er leiſten konnte, forderte, nie ſeinen Fleiß lobte, immer nur ſeine Nachlaͤſſigkeit ſtrafte, da erkaltete ſein Eifer, er ward gegen alles gleichguͤltig, und— wie er am Ende ſeiner Tage ſelbſt erzaͤhlte—
ſogar halsſtarrig. Da ſeiner daheim taͤgliche
Schlaͤge harrten, wenn er auch in der Schule 7 3


