zige Tochter, die noch immer unvergeßliche Maria Thereſia, ihr Erbe zu vertheidigen. Ihr kleines Heer konnte der groſſen feindlichen Macht nicht widerſtehen, ſie mußte ſolches ſchnell und anſehn⸗ lich vermehren. Unter den Tauſenden, welche zum Kampfe fuͤrs Vaterland beſtimmt wurden, befand ſich auch der junge S— welcher zwar ungerne den Studien entſagte, aber bald willig und mit Muth unter ihren Fahnen kaͤmpfte. Er kam unter die Dragoner, ward Korporal, und endlich Wachtmeiſter, als dieſer aber durch einen Kartetſchenſchuß gefaͤhrlich in den Schenkel verwun⸗ det. Wie der Krieg endete, verließ er das Spital, und ward als ein vollkommner Kruͤpel, der damals auf einer Kruͤkke hinken mußte, entlaſſen, bald nach⸗ her aber zum Lohne ſeiner Dienſte als Zolleinneh⸗ mer zu N— angeſtellt. Der Gebrauch des Topliz⸗ zer Bades ſtaͤrkte ſeinen Fuß, er konnte in der Fol⸗ ge ohne Kruͤkke gehen, und auch ohne groſſe Be⸗ ſchwerde reiten. Sein Dienſt naͤhrte ihn redlich aber er mußte, weil ſeine Mutter ſchon geſtorben war, mit fremden Haͤnden wirthſchaften, und dieſe beſorgen aͤuſſerſt ſelten die haͤußlichen Geſchaͤf⸗ te mit aͤchter Treue. Er heurathete daher bald her⸗ nach die zwanzigjaͤhrige Tochter eines Buͤrgers im nahen Staͤdtchen, und lebte mit ihr ſehr vergnuͤgt⸗ weil ſie, was ſein einziger Wunſch war, gut haus⸗ hielt, und ihm in iedem Falle willig gehorchte; denn, ob er gleich ein guter, lieber Mann war, ſo forderte er doch ſtets puͤnktlichen Gehorſam, 7 3
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


