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lich nicht geeigenſchaftet war, dieſe mit ihrer Uſurpation auszuſoͤhnen. Conde baute auf dieſe Unzufriedenheit und glaubte, daß es nur wenig Anſtrengung beduͤrfe, die Regie ung zu ſtuͤrzen, ſobald er auf irgend eine Weiſe das Volk hierzu gewonnen haͤtte.
Der Plan zum Aufſtande war fein ange⸗ legt und bis auf das kleinſte Detail genau be⸗ rechnet. Sein Schoͤpfer war der Liebling des Herzogs, der Jeſuit Pater Daniel. Dieſer ſchlaue Moͤnch, der ſich nicht wenig damit
wußte, daß er der einzige ſeines Standes war,
den der Herzog äm ſich leiden konnte, war in
alle Geheimniſſe ſeines Goͤnners eingeweiht.
Da er ſich, wenn der Herzog ſeinen Zweck er⸗ reichte, die glaͤnzendſte Rolle verſprechen konn⸗ te, und dieſer Rathe blindlings folgte, ſo half
er nicht nur eifrig die Wuͤnſche deſſelben aus⸗
fuͤhren, ſondern er war es, der ſie belebte, beherrſchte. Nicht leicht war ein Menſch ge⸗ ſchickter zu Ausfuͤhrung einer groſſen Intrique, als dieſer Monch, wenn anders das Bild ihm gleicht, welches die Schriftſteller jener Zeit von ihm entworfen haben, und nicht bald ſcheint jemand den Geiſt ſeiner Zeit und des Polkes, unter welchem er lebte, genauer gekannt zu haben, als er. Er kannte das Mßverguugen, das in allen Staͤnden gegen die Regierung Spieß Kriminalgeſch. 3 Thl.


