Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1804)
Entstehung
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Die Freiheit, in welcher Pauline lebte, ge⸗ fiel derſelben, ſie wuͤnſchte dies Leben fortzuleben. Aber ſie hatte ſich noch nicht ganz der gewöhnli⸗ chen konventionellen Begriffe entwohnt, und fand es doch ehrenvoller unter der Firma eines Man⸗

nes ſofort zu wirthſchaften, als auf eigne Rech⸗

nung. Wenn ſie auch ſtark genug geweſen waͤ⸗ re, dem Vorurtheile zu trotzen, ſo konnte ſie es doch nicht ertragen, daß dies Porurtheil ſie an manchen Orten ausſchließen ſollte. Darum

wuͤnſchte ſie ſich an einen bejahrten Mann zu ver⸗

heurathen, der ſich mehr mit ihrem Vermogen, als mit ihr ſelbſt beſchaͤftige, die Honneur des Hauſes mache, ſeinen Abtritt naͤhme, wenn es Madame fuͤr gut faͤnde, und der der erſte ihres Geſindes ſelten etwas mehr ſey. Mit die⸗ ſem Wunſche fand Paulinen einer von jenen Men ſchen, die man uͤberall ſieht, die ſich in alles mi⸗ ſchen und deren eigentliches Talent es iſt, alles zu verderben. Sie hatte ſich an niemand beſſers wenden konnen. Binnen acht Tagen und noch fruͤher hatte derſelbe ſchon ſeinen Mann gefunden, den er aus der entfernten Prorinz unmittelbar fuͤr ſeine Clientin beſchrieb; noch acht Tage, und der Beſchriebene ward Paulinen vorge⸗ ſtellt. Es fand ſich, daß er nach Wanſche ausge⸗

fallen. Schon in den funfzigen, aber am Kor⸗ per eiſenfeſt, der die bisweilen etwa eintretenden