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worden, wenn nicht ſeine Laufbahn ſo un⸗ terbrochen worden waͤre.
Wohl ſchwerlich hat waͤhrend der ganzen Re⸗ volution ein Tod ſo viel Aufſehen gemacht, ſo allgemein warmen Antheil erregt, als der Tod Marceau's. Aus der ganzen Republik kamen De⸗ putationen an ſeine Verlobte,— eines der rei⸗ zendſten Maͤdchen Frankreichs, mit welcher er um einen Monat ſpaͤter verbunden werden ſollte— und um ſeiner traurenden Mutter das Beileid des Vaterlandes zu bezeugen. Wer nur inimer von den Soldaten der Rheinarmee auf ein paar Tage wegkommen konnte, wollfahrtete zu dem Grabe des angebeteten Helden. Dieſer Enthuſiasmus hielt laͤnger an, als er ſonſt unter dergleichen Um⸗ ſtaͤnden anzuhalten pflegt, und noch jetzt— nach fuͤnf Jahren ſieht man einzelne franzdſiſche Krie⸗ ger zu dem Grabmahle wallfahrten; das die Aſche des Helden umſchließt.
Um deſto auffallender war die Nachricht, welche ſich ohngefaͤhr ein Vierteljahr nach ſeinem Tode in der ganzen Gegend verbreitete, Marceaus Geiſt— wandle in der Gegend ſeiner Grabes zur Nachtszeit umher. Dles Geruͤcht, das bald lauter ward, verbreitete ſich immer mehr. Elne Menge Perſonen bezeugten, den General geſe⸗ hen zu haben, wie er im vollen Coſtume ſeiner Wuͤrde, auf dem weiſſen Pferde, welches er ſtets zu reiten pflegte, im Felde herum galoppirt ſey, und mit der Löwenſtimme, mit welcher er die
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