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Deutſchlands menſchenfreundlicher Held, Karl von Oeſtreich, ſchickte dem verwundeten Feinde ſogleich, als er deſſen Unfall erfuhr, ſeine eigne Wundaͤrzte: vergebens aber ward alle Kunſt der Arznei und alle Sorgfalt erſchdpft, Marceau be⸗ zahlte die Schuld der Natur. Mit dem hochſten kriegeriſchen Trauerpompe ward die Leiche des tapfern Generals von dem dſtreichiſchen Feldherrn dem franzdſiſchen Heere ausgeliefert, das denſel⸗ ben mit gleicher Feierlichkeit empfieng, und ihn in ein bei Koblenz fuͤr denſelben errichtetes Grab beiſetzte.
Marceau war noch nicht 26 Jahre alt, als er füͤr ſein Vaterland fiel. Bereits in ſeinem 23ten Jahre war er General geworden, und in ſeinem 24ten hatte er mehrere Schlachten gegen uͤherle⸗ gene Heere gewonnen, welche ſein Vaterland ret⸗ teten. Der dankbare Nationalkonvent erkannte ihm die hoͤchſte Ehre zu, und beſtimmte ihm das Oberkommando. Der ſiegreiche Juͤngling, eben ſo beſcheiden, als groß, lehnte daſſelbe ab, well⸗ wie er ſagte, Frankreich noch wuͤrdigere Generale habe, welche die Soldaten der Republick mit mehr Gewißheit zum Siege fuͤhren wuͤrden, als ein junger Menſch.— Mit dieſer Beſcheidenheit war die Tapferkelt eines Römers, die Erfahrung eines Greiſes, ungeheure Talente, ein unbezaͤhm⸗ bares Feuer und der ausgezeichnetſte Muth ver⸗
kuuͤpft. Er waͤre Frankreichs großter General ge⸗


