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vollends verlor, ſo ward er ſehr leicht uberzeugt, daß er wirklich unter dem preuſſiſchen Huſarenregi⸗ mente gedient habe und von demſelben deſertirt
ſey.
Er geſtand jetzt, daß er Johann Wolfer heiße, eines Haͤfners Sohn und aus Berlin gebuͤrtig ſey⸗ daß er, als er von den preuſſiſchen Huſaren deſer⸗ tirt, unter den Kaiſerlichen Truppen Dlenſte ge⸗ nommen, und mit dieſen zuerſt in das Ort R.. gekommen ſey, wo er von ſeiner Schlafſtelle aus die Unterredung der Hofiſchen Erben wegen der Erbſchaft ihres abweſenden Bruders mit angehoͤrt habe, und dadurch zu der Spekulation veranlaßt worden ſey, welche er ſo gluͤcklich ausgefuͤhrt hatte. Er hatte von dieſer Zelt an ſich bemuͤht, die no⸗ thigen Familienkenntniſſe zu erhalten, und ſich mit den PVerhaͤltniſſen des Abweſenden bekannt zu ma⸗ chen, zu welchem Zwecke er bey andern Einwoh⸗ nern des Orts ſich anf eine ſchickliche Art genau erkundiget hatte, und nachdem er ſich zugleich noch äberzeugt hatte, daß keiner der Hofiſchen Verwand⸗ ten den abweſenden, wenn er auch ſelbſt wieder zuruͤckkommen wuͤrde, erkennen wuͤrde, ſo nahm er ſich vor, die Rolle deſſelben zu ſpielen. Er hatte anfaͤnglich nur die Abſicht, von den Ver⸗ wandten elniges Geld zu erhalten, und es fiel ihm nicht ein, ſich der ganzen Erbſchaft des Abweſen⸗ den bemeiſtern zu wollen, als ihm aber dieſes uber
Spieß. Kriminalgeſch. 2 Th.


