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aus Berlin gebuͤrtig, und vor acht Jahren von ih⸗ rem Regimente, bey welchem er zwolf Jahre ge⸗ dient habe, deſertirt. Es that unſerm Avanturier Noth, ſich von denſelben loszumachen und zu ent⸗ 3 kommen. Dies half ihm indeſſen nicht viel, denn nach ſechs Tagen erſchlen ein Korporal mit drey Mann von dem Regimente, bey welchem er jetzt diente, in R.. nnd fuͤhrten ihn gefangen zu dem Regimente. Es war naͤmlich bey dieſem ein preuſ⸗ ſiſcher Huſarenofſizier angekommen, welcher ihn 3 als Deſerteur zuruͤckfoderte, und da die M. Truppen auch mit den preuſſiſchen Kartel hatten, ſo mußte auf dieſe Requiſition unſer Held abge⸗ holt und die Sache unterſucht werden.
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Dieſer ſtak jetzt furchterlich in der Klemme. Zwar konnte man nicht viel dagegen haben, daß er, wie er berelts eingeſtanden hatte, ſich einen falſchen Namen gegeben hatte, aber er ward nun befragt, warum er dies gethan habe. Die Ur⸗ ſſche, welche er gegen die Hofiſchen Geſchwiſter des⸗ falls angegeben hatte, konnte er hier nicht ange⸗ hen, weil er ſonſt, ſobald er ſich als einen Kaiſer⸗ lichen Deſerteur angab, vermoge des beſtehenden Kartels an die Kaiſerlichen ausgeliefert werden muß⸗ te. Schon bey dieſer Frage blieb er daher im Ver⸗ yore ſtecken. Er verſuchte zwar, ſich durch elnige Lugen heraus zu helfen; dieſe geriethen ihm aber po ſchlecht, daß er ſogleich der Unwahrhelt dieſer Angaben uberzeugt ward, Da er nun die Faſſung


