29
erkauft worden. Dieſer, welcher Feroneſe's Ueber⸗ legenheit ſehr bald inne ward, dieſen als den ein⸗ zigen Mitwerber anſah, der gegen ihn Stand hal⸗ ten koͤnne, und deſſen Leidenſchaft gegen dieſen Todfeind hierdurch zur aͤußerſten Erbitterung und Bosheit ſtieg, machte den Verſuch, ſich dieſes Rivalen auf eben die Art zu entledigen, wie er die Erledigung des paͤbſtlichen Stuhls erwirkt hatte; aber dieſer, welcher gewarnt worden, war auf ſeiner Hut, und ließ es Contamino'n durch den bitterſten Spott fuͤhlen, daß er es wiſſe, daß er deſſen Planen ausgewichen ſey, wodurch dann natuͤrlicher Weiſe die Wut dieſes Boſewichts neuen Schwung erhielt.
Jetzt galt die Entſcheidung uͤber eine Krone, welche damals noch die ſchoͤnſte in der Welt ge⸗ nannt werden konnte. Contamino war in der In⸗ trigue Feroneſen weit uͤberlegen, und darum gab er der ihm ſo ſehr unguͤnſtig ſcheinenden Umſtaͤn⸗ de ohngeachtet die Hofnung noch lange nicht auf, ſondern arbeitete mit verdoppelter Anſtrengung, ſeinen Plan zu realiſiren. Er verſchwendete Geld, Weiber und Verſprechungen; die Jeſuiten, deren Macht damals grade auf der hoͤchſten Stufe ſtand, und welche Feroneſe einſt unvorſichtiger Weiſe be⸗ leidiget. hatte, unterſtuͤtzten ihn mit ihrer ganzen Macht, und verwendeten ihren ganzen Einfluß, um ihren Feind Feroneſe zu ſtuͤrzen; im Beicht⸗ ſtuhle ward ſeine Liebe zu Joſephinen als das ſchaͤndlichſte aller Skandale dargeſtellt, und ſein


