Teil eines Werkes 
Zweyther Theil (1803)
Entstehung
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Joſephlne, deren Freundſchaft zu Antonien all⸗ gemein bekannt war, ſpielte die Rolle der ſchwe⸗ ſterlichen, theilnehmenden Freundin, erklaͤrte ſich zur Beſchuͤtzerinn des Kindes, au welchem ſie Mutterſtelle vertreten wolle, nnd ſchien ih⸗ re Liebe zu Antonlen auf dies kleine holde Ge⸗ ſchopf ubergetragen zu haben. Der Knabe er⸗ hielt den Namen ſeiner angeblichen Mutter, Zencopraſti, und mußte nun immer um Joſe⸗ phinen ſeyn.

So ſehr hlerdurch der groͤßte Theil des Pub⸗ likums getaͤuſcht ward, ſo gab es doch gleichwohl auch Leute, welche das Gewebe der Kabale durch⸗ ſchauten, und es war den Feinden des Kardinals zuviel daran gelegen, uber denſelben ein gehaͤſſiges Licht zu werfen, als daß die Sache ganz unter⸗ druͤckt, und allen das glaubend gemacht werden konnte, was man allgemein geglaubt wuͤnſchte. Niemand aber durchdrang ganz das kuͤnſtliche Dunkel, in welches Joſephine die Sache gehuͤllt hatte, und dieſe war zu allgemein gellebt und be⸗ wundert, als daß nicht die Pfeile der Verlaͤum⸗ dung und boͤſen Sage großtentheils an ihr haͤtten abgleiten muͤſſen. Manche hlelten das Kind ſogar fuͤr den Sohn des Pabſtes mit Antonie Zen⸗ copraſti erzeugt, da die Zaͤrtlichkeit, welche dieſer gegen daſſelbe auſſerte, jener Joſephinens um nichts nachſtand, und derſelbe taglich neue Be⸗ weiſe hiervon gab. Mit gleicher Zaͤrtlichkeit hing Kardinal an dem Kinde ſeiner Liebe, und er