Teil eines Werkes 
Zweyther Theil (1803)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſchwuͤlen Stunde fiel Joſephinens Tugend ſie ward ſchwanger.

Es mußte, da nun auch der Kardinal und Joſephine ſelbſt dem Plane folgteh, der erſterem die dreyfache Krone verſchaffen ſolite, beyden alles daran gelegen ſeyn, daß dieſe Schwangerſchaſt nicht bekannt wurde, und gleichwohl ward ſie es. Da aber Joſephine alle Kunſt aufbot, um dieſel⸗ be zu verlaͤugnen, da ſie oft und ohne Zuruͤckhal⸗ tung oͤffentlich erſchien, wle zuvor, und durch kuͤnſtliche Mittel alle ſichtbaren Merkmale ver Schwangerſchaft zu verbergen und den Augen der Forſcher zu entziehen wußte, ſo blieb die Sache wenigſtens großtentheils im Dunkeln.

Nie hatte ſich Joſephine mehr offentlich ge⸗ zeigt, als gegen das Ende ihrer Schwangerſchaft, und ſie verſaͤumte jetzt kein dffentliches Vergnä⸗ gen, an denen ſie ſonſt nur ſelten Antheil genom⸗ men hatte. Auf einem Balle, den ihr Oheim, der Ducca Ricei, dem roͤmiſchen Adel bey Geſegen⸗ heit des Geburtsfeſtes des Pabſtes gab, fühlte ſie die Schmerzen der herannahenden Feburt; ohne daß man es gewahr ward, eilte ſie i den hintern Theil des Pallaſtes, wo eine verſchwiege⸗ ne Hebamme, welche ihre mit jhrem Zuſtande vertraute Tante Ricct ihr verſchaffte, das Kind der Liebe glucklich empfing. Joſephine bot e ih⸗ re Kraͤfte auf, ſetzte Geſundheit und Leben auf das Spiel, und ging zur Geſellſchaft zuruͤck;