———
TT
re Kinder mlt, und auch dleſe wuchſen, indem man ſie faſt nie trennte, und ihnen eine gemeinſchaft⸗ liche Erziehung gab, in gleicher Vertraulichkelt mit einander auf. So hatte ſich von den erſten Jahren an die innigſte Anhaͤnglichkeit zwiſchen dem Kardinal und der ſchoͤnen Joſephine, des Mar⸗ cheſe Sami einziger Tochter, gebildet, die nie durch einen Nebenumſtand geſchwaͤcht, immer ſich ver⸗ ſtaͤrkte und zu elnem hohen Grade von Heftigkeit gedieh, als beyde ſich den Jahren naͤherten, in denen das Herz der Juͤnglinge und Maͤdchen ſeine eigentliche Rechte zu behaupten anfuͤngt.
Joſephine Samt war eines der reizendſten Maͤdchen ihrer Zeit. Da ſie faſt ganz unter Juͤng⸗ lingen herangewachſen war, ſo hatte ihr Karakter die Energie der Mannheit, ohne daß jedoch jener Zug der ſanften Welblichkeit verwiſcht geweſen waͤ⸗ re, der das andere Geſchlecht ſo unwiderſtehlich und hlureißend macht. Ihr Verſtand war eben ſo ausgebildet, als ihr Herz vortrefllch war. Bey dieſen Vorzuͤgen war ſie der Abgott von Rom, das Muſter, welches eitle Weiber und Maͤdchen kopirten, waͤhrend ſie ſelbſt, dieſer Vorzuge unbewußt, ſtill und anſpruchslos allen Glanz verſchmaͤhte, und den Triumph nicht zu bemerken ſchien, den ihre Vorzuge ihr uberall be⸗ relteten.
Dies Maͤdchen liebte der Kardinal, undward wit gleicher Liebe von ihr wieder geliebt. Der


